Schwindel, Angst, Gedächtnisverlust - Er jagte Bin Laden, jetzt untersucht er eine mysteriöse Krankheit in der CIA
Aktualisiert

Schwindel, Angst, GedächtnisverlustEr jagte Bin Laden, jetzt untersucht er eine mysteriöse Krankheit in der CIA

CIA-Agenten sowie US-Diplomaten klagen seit 2016 über Symptome wie Schwindel und Gedächtnislücken. Ein hochrangiger CIA-Offizier soll nun endgültig herausfinden, was es mit dem «Havanna-Syndrom» auf sich hat.

von
Samina Stämpfli
Die US-Botschaft in Havanna, Kuba. (Archivbild) 

Die US-Botschaft in Havanna, Kuba. (Archivbild)

AFP

Darum gehts

  • Seit 2016 klagen US-Diplomaten und CIA-Agenten, die in Kuba, China und Wien stationiert waren, über verschiedene Symptome, die sich reihen.

  • Dabei handelt es sich um das mysteriöse «Havanna-Syndrom», welches seit Jahren untersucht wird.

  • Nun wird ein hoher CIA-Agent darauf angesetzt, um Klarheit zu schaffen.

US-Regierungsmitarbeiter, oftmals im Ausland stationiert, klagen immer wieder über seltsame und sich wiederholende Symptome. Was von den US-Behörden seit 2016 «Havanna-Syndrom» genannt wird, hat nun dazu geführt, dass ein hochrangiger CIA-Offizier, der eine führende Rolle bei der Jagd auf Osama bin Laden spielte, eine Task Force leiten wird, um die Ursache der mysteriösen Krankheit zu untersuchen, wie die «Washington Post» am Mittwoch berichtete.

Die CIA soll bisher zu keinem Schluss gekommen sein, was Dutzende von CIA-Agenten sowie US-Diplomaten seit mehr als vier Jahren plagt und bereits zu einer Reihe von staatlichen und wissenschaftlichen Untersuchungen geführt hat. Erst letzte Woche bestätigte das Aussenministerium, dass von amerikanischem Personal in Wien gleiche Beschwerden über ähnliche Symptome eingegangen seien.

Was ist das Havanna-Syndrom?

Das Havanna-Syndrom wird vom «Wall Street Journal» als eine Reihe von unerklärlichen medizinischen Symptomen beschrieben, die erstmals Ende 2016 bei Mitarbeitern des US-Aussenministeriums auftraten, die in Kuba stationiert waren. Seit den ersten Fällen haben Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter, die auf der ganzen Welt stationiert sind, ähnliche Symptome erfahren. Die Betroffenen berichten über eine Reihe von Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Angstzustände, kognitive Schwierigkeiten und Gedächtnisverlust in unterschiedlicher Ausprägung. In einigen Fällen haben Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter den aktiven Dienst aufgrund von Komplikationen durch die Erkrankung verlassen.

Das US-Aussenministerium meldete 2018 auch mögliche Fälle in China und evakuierte in Folge darauf Mitarbeiter und deren Familien aus der Stadt Guangzhou. Diplomaten und Geheimdienstmitarbeiter in Russland, Polen, Georgien und Taiwan sind Berichten zufolge ebenfalls betroffen.

Erste Theorien

Am Anfang der Ermittlungen glaubte man an einen Angriff durch eine Schall- oder akustische Waffe. Das Resultat einer umfassenden Analyse eines wissenschaftlichen US-Gremiums stellte jedoch die Theorie auf, dass die Exposition gegenüber einer Art gerichteter Energie der wahrscheinlichste Übeltäter sei. Die sogenannte «gerichtete, gepulste Radiofrequenz (RF)-Energie» soll demnach die wahrscheinlichste Ursache der Symptome sein.

Eine weitere medizinische Studie kam 2018 zum selben Schluss: Die Exposition gegenüber Mikrowellen, einer Art von Hochfrequenzenergie, soll die mysteriösen Symptome verursachen. Eine Gehirn-Untersuchung der Universität von Pennsylvania an vierzig Betroffenen zeigte, dass die Geschädigten teilweise an Hirnschäden leiden.

Mikrowellen als Waffe?

Gerichtete Energie wurde von zahlreichen Ländern als Waffe getestet, hat aber auch andere mögliche Anwendungen. Gemäss «Wall Street Journal» soll eine Arbeitstheorie der Ermittler darin bestehen, dass ein ausländischer Geheimdienst - möglicherweise der russische Militärgeheimdienst GRU - Mikrowellengeräte auf US-Beamte richtete, um Daten von deren Computern und Handys zu sammeln.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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