Aktualisiert 20.08.2013 22:49

Schwere VorwürfeCIA wirbt 8-Jährigen an – und lässt ihn sterben

Das Schicksal des 8-jährigen Barq al-Kulaybi erschüttert die USA. Der jemenitische Junge soll von der CIA als Spion angeheuert und später von der Al Kaida getötet worden sein.

von
mg

Der amerikanische Uniprofessor Gregory D. Johnsen erhebt in der Zeitschrift «The Atlantic» schwere Vorwürfe gegen die CIA.

Demnach hat der Nachrichtendienst den achtjährigen jemenitischen Jungen Barq al-Kulaybi anheuern lassen: Der Bub sollte beim gesuchten Al-Kaida-Terroristen Adnan al-Qadhi einen Mikrochip verstecken. Dank des Chips wurde al-Qadhi von einer US-Drohne ausfindig gemacht und am 31. Oktober 2012 in seinem Auto getötet.

Strassenkind in Sanaa

Barq al-Kulaybi war ein Strassenkind in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Weil seine Eltern nicht genug Mittel hatten, um den Jungen und seine vier Brüder zu ernähren, landete Barq auf der Strasse. Dort schlug er sich durch, sammelte Altglas und verkaufte es. Im Herbst des vergangenen Jahres traf er Al-Kaida-Mitglied Adnan al-Qadhi, das Barq bei sich bereitwillig aufnahm und ihn wie seinen eigenen Sohn behandelte.

Eines Tages tauchte Barqs leiblicher Vater auf und holte den Buben zurück. Er tat das nicht aus Vaterliebe: Jemens Regierung, die in der Terrorbekämpfung mit den USA zusammenarbeitet, hat dem fünffachen Vater ein Auto versprochen, wenn er Barq für ihn arbeiten lässt. Die CIA, die offenbar hinter dem Plan steckte, wollte den Jungen missbrauchen, um an den gesuchten Terroristen al-Qadhi kommen. So wurde aus dem achtjährigen Barq ein Spion für die USA, der auf Geheiss des eigenen Vaters seinen Pflegevater und Wohltäter verraten musste.

Nachdem al-Qadhi von einer US-Drohne getötet worden war, bekam das Terrornetzwerk Wind von den Hintergründen. Barq al-Kulaybi wurde zusammen mit seinem Vater verschleppt und zu einem Geständnis gezwungen. Dieses wurde gefilmt und das Video ins Internet gestellt.

USA weisen Schuld von sich

Was mit dem Jungen geschehen ist, weiss niemand. Laut «Le Matin» sind Barq und sein Vater von einem Exekutionskommando der Al Kaida umgebracht worden. Die CIA und das Pentagon schieben alle Verantwortung für die Rekrutierung und das Schicksal des Jungen der jemenitischen Regierung zu, schreibt die Westschweizer Zeitung.

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