Aktualisiert 26.07.2011 07:35

Pauschale Badeferien

Ciao, ciao bella Italia ...

Italien, das ultimative Badeparadies? Das war einmal. Griechenland, Zypern und die Türkei haben bella Italia als Stranddestinationen längst den Rang abgelaufen.

von
Elisabeth Rizzi
Der Preis fürs Reisearrangement ist nur ein Teil der Ferienausgaben. Hinzu kommen die Kosten für Strandliege, Sonnenschirm und fürs Bier. Der ADAC hat im Mai 2011 die Ausgaben für 34 typische Strandurlaubs-Produkte an 50 europäischen Badeorten verglichen. Von den klassischen Stranddestinationen ist Italien weitaus am teuersten.

Der Preis fürs Reisearrangement ist nur ein Teil der Ferienausgaben. Hinzu kommen die Kosten für Strandliege, Sonnenschirm und fürs Bier. Der ADAC hat im Mai 2011 die Ausgaben für 34 typische Strandurlaubs-Produkte an 50 europäischen Badeorten verglichen. Von den klassischen Stranddestinationen ist Italien weitaus am teuersten.

Bunte Gelati an der Adria. Und Sandburgen. Es war eine Zeit, in der Sonnencrème noch ein Fremdwort war und die Kuoni-Reisetasche mit Buch und Tuch am Strand lag. Italien war der Inbegriff von Sommer, Sonne und Wärme. Tempi passati: Die Siebzigerjahre sind vorbei. Und Bella Italia hat seinen Glanz verloren.

Zwar ist das südliche Nachbarland noch immer die am dritthäufigsten besuchte Destination von Schweizer Touristen. Gut 1,6 Millionen Eidgenossen zieht es jährlich noch zu Pizza, Pasta und Campari Soda. Aber die Zahl bröckelt zusehends. Von Jahr zu Jahr werden es weniger. Vor allem als Badeort hat Italien in den letzten Jahren an Boden verloren.

Hohe Preise trotz Wirtschaftskrise

«Im Vergleich zu den konkurrierenden Mittelmeerdestinationen wie Spanien, Griechenland oder Türkei stagnierte Italien in den letzten Jahren», drückt es Kuoni-Sprecher Peter Brun diplomatisch aus. Besonders bei preissensitiven Kunden spürt das Reiseunternehmen den Rückgang. Denn auch im Zuge der Wirtschaftskrise seien die Preise für Italien-Ferien nicht wesentlich gefallen. Das ganz im Gegensatz zu Spanien, Griechenland oder der Türkei.

Prisca Huguenin-dit-Lenoir von Hotelplan Suisse sagt es unverblümt: «In der Türkei erhält man für den gleichen Preis eine höhere Hotel-Kategorie mit besserem Service als in Italien. Oder anders ausgedrückt - man zahlt für ein gleichwertiges Arrangement nur bis zu einem Drittel des Preises, den man für Italien zahlen muss.» Hotelplan Suisse hat dieses Jahr denn auch die beiden Charterflüge nach Italien gestrichen.

Wer noch nach Italien ginge, tue dies vor allem als Selbstfahrer, so Huguenin. So sei die Nachfrage nach Individual- und Rundreisen etwa mit dem eigenen Auto in die Toskana gestiegen. Zudem würden mehr Leute in Italien statt im Hotel in Ferienwohnungen übernachten. Auch Städtereisen wie Rom, Mailand oder Venedig seien beliebt. Aber eben: Klassische Bade-Pauschalreisen sind rückläufig.

Türkei wächst zweistellig

Wie Italien ergeht es auch dem spanischen Festland (Nummer vier der beliebtesten Schweizer Tourismusdestinationen), Portugal und Frankreich. Familien flüchten stattdessen in diesen Wochen mit Schwimmring und Luftmatratze nach Griechenland, Zypern, auf die Balearen oder in die Türkei.

Diese Destinationen zählen derzeit zu den Badeferienorten mit dem stärksten Wachstum. Insbesondere die Türkei verzeichnet ein jährliches Wachstumsplus an Schweizer Touristen von über 10 Prozent. Sowohl Kuoni als auch Hotelplan frohlocken denn auch diesen Sommer über steigende Buchungszahlen in diesen Ländern.

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