Aktualisiert 29.04.2008 16:36

Ciba enttäuscht Anleger

Hohe Rohstoffkosten, schwacher Dollar und schwächelnde Konjunktur machen dem Basler Chemiekonzern Ciba zu schaffen. Im ersten Quartal 2008 sank der Reingewinn im Vorjahresvergleich um 51 Prozent auf 37 Millionen Franken. Anleger reagierten enttäuscht. An der Schweizer Börse gehörte Ciba zu den grössten Tagesverlierern: Minus 14,7 Prozent.

Unter Ausklammerung der Restrukturierungskosten von 18 Millionen Franken im ersten Quartal schrumpfte der Gewinn zwar nur um 37 Prozent, wie Ciba heute mitteilte. Doch auch der Umsatz sank um sechs Prozent auf 1,557 Milliarden Franken. In Lokalwährungen gingen die Verkäufe um ein Prozent zurück. Konzernchef Brendan Cummins räumte laut der Mitteilung ein, dass der Start ins neue Jahr schwächer als erwartet ausgefallen sei. Vor allem der unerwartet hohe Anstieg der Rohstoffkosten um 4,5 Prozent im Vorjahresvergleich und die Währungsschwankungen hätten sich negativ ausgewirkt. Auch beginne sich die wirtschaftliche Abschwächung in Nordamerika und Europa auf die Umsatzentwicklung auszuwirken. In Europa fiel der Umsatz laut Ciba vor allem darum, weil Kunden von Ciba Papierfabriken schlossen und es eine Abschwächung im Bereich Pigmente für Druckfarben gab. Lediglich in der Region Asien verzeichnete die Ciba in diesem Quartal ein positives Umsatzwachstum von einem Prozent in lokalen Währungen. Der Betriebsgewinn (EBIT) vor Restrukturierung sank bis Ende März um einen Fünftel auf 107 Millionen Franken. Die EBIT-Marge lag bei 6,9 Prozent, verglichen mit 8,1 Prozent im Vorjahr.

Für das ganze Jahr 2008 erwartet der Chemiekonzern laut Cummins dennoch eine Verbesserung des Umsatzes in Lokalwährungen. Als Massnahmen kündigte er Verbesserungen in weniger rentablen Geschäftsbereichen an. Zudem werde Ciba die Verkaufspreise für ihre Produkte kontinuierlich erhöhen, um die gestiegenen Rohstoffkosten zu kompensieren. Beim Gewinn nahm Ciba die Prognosen wegen möglicher weiterer negativer Währungseffekte zurück. Der Konzern befürchtet nun einen Rückgang des Betriebsgewinns vor Restrukturierung um 15 Prozent für das ganze Jahr.

Das Quartalsergebnis enttäuschte die Finanzanalysten. Laut der Bank Wegelin dürften die Rohstoff- und Energiepreise hoch bleiben, was den Druck auf die Ciba-Margen hochhält. Keine Entschärfung auch bezüglich des Währungseinflusses sehen die Analysten der Zürcher Kantonalbank. Die Bank reduziert ihre Schätzungen für die Jahresergebnisse der Ciba. Die Spezialisten der Bank Vontobel sprachen von einer geringen Prognosesicherheit für Ciba.

An der Schweizer Börse gehörte Ciba zu den grössten Tagesverlierern. Ihr Aktienkurs brach im Vergleich zum Vorabend um bis zu 14,7 Prozent ein. Bei Börsenschluss stand er mit 33,56 Franken weiterhin 8,6 Prozent tiefer.

(sda)

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