Übernahme: Ciba kommt in deutsche Hände
Aktualisiert

ÜbernahmeCiba kommt in deutsche Hände

Der deutsche Chemiekonzern BASF will den Basler Spezialitäten-Chemiekonzern Ciba für 6,1 Mrd. Fr. übernehmen. BASF bietet 50 Fr. in bar je Ciba-Aktie. Die geplante Übernahme wird auch mit einem weiteren Stellenabbau verbunden sein. Die geplante Flucht von Ciba in die Arme der deutschen BASF kommt bei Analysten gut an.

Das ist ein Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.

Der Ciba-Verwaltungsrat steht hinter der Offerte, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. BASF zahle einen fairen Preis. Zudem gebe es Zusicherungen für strategisch wichtige Produktionsstandorte in der Schweiz und für den Forschungs- und Entwicklungsstandort Basel.

Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 unter Dach sein, wie es weiter hiess. Die Angebotsfrist beginne voraussichtlich am 1. Oktober. BASF und Ciba unzerzeichneten am 14. September einen Transaktionsvertrag, der die Bedingungen des Übernahmeangebots festlegt und Zusicherungen für den Standort Schweiz erhält.

Ciba will eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen, an der die Aktionäre über die Aufhebung der Stimmrechtsbeschränkung sowie die Eintragung im Aktienregister entscheiden. BASF macht die Übernahme davon abhängig, mindestens zwei Drittel der Ciba-Aktien angedient zu erhalten.

Vorerst keine Angaben zum Stellenabbau

Die geplante Übernahme von Ciba durch den deutschen BASF-Konzern wird auch mit einem weiteren Stellenabbau verbunden sein. Zum Ausmass könnten vorerst keine Angaben gemacht werden, sagte Ciba-Sprecher Dominik Marbet am Montag auf Anfrage. Der im August 2006 mit der so genannten operativen Agenda angekündigte Abbau von 2500 Stellen bis Ende 2009 gehe unabhängig von der Übernahme weiter. Wie viele zusätzliche Stellen verloren gehen, sei noch völlig offen, sagte Marbet, bestätigte aber: «Ohne Abbau geht es garantiert nicht.» Der Sprecher verwies aber auch auf die Zusicherungen von BASF bezüglich des Standorts Basel.

Walliser Regierung bleibt zuversichtlich

Die Walliser Regierung ist zuversichtlich, dass der BASF-Konzern bei einer Übernahme von Ciba dessen Standort in Monthey aufrecht erhält. Monthey sei profitabel, hiess es am Montag von der Kantonsregierung.

«Die Walliser Regierung und BASF sind sich keine Unbekannten», sagte Staatsrat Jean-Michel Cina, der dem kantonalen Volkswirtschaftsdepartement vorsteht, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. 2005 hatte der deutsche Konzern Orgamol aufgekauft, einen Pharmabetrieb in Evionnaz.

«BASF hat sich dabei als seriöser und vertrauenswürdiger Partner erwiesen», sagte Cina weiter. Die Beziehungen zum Pharma-Riesen seien stets gut gewesen.

Der Standort Monthey steht gut da. Der Agrochemiekonzern Syngenta hat im Juli angekündigt, dort 150 Mio. Franken zu investieren. Monthey sei auch für die Zukunft gut gerüstet, sagte Staatsrat Cina.

Ciba-Analysten begrüssen BASF-Offerte

Die geplante Flucht des Spezialitätenchemiekonzerns Ciba in die Arme der deutschen BASF kommt bei Analysten gut an. So könnten die Basler ihre Geschäfte vorantreiben und Synergien erschliessen.

Ciba könnte von der exzellenten Aufstellung des deutschen Chemie- und Ölkonzerns BASF profitieren, hiess es etwa bei der Privatbank Wegelin.

Zudem dürfte Ciba von der globalen Forschungs-, Produktions- und Marketingplattform der BASF und von der damit verbundenen Rückwärtsintegration bei wichtigen Rohstoffen und Zwischenprodukten profitieren, kommentierte die Bank Vontobel.

Die Offerte von 50 Franken je Ciba-Aktie - eine 32-prozentige Prämie gegenüber dem Kurs vom vergangenen Freitag - ist laut Wegelin «üppig». Die Aktionäre, die schon seit Jahren bei der Ciba investiert seien und immer wieder enttäuscht wurden, dürften sich gleichwohl kaum freuen.

Mit dem Vorpreschen von BASF werde Ciba-Konkurrent Clariant noch mehr zum «Übernahmethema», ergänzt Wegelin. Ähnlich der Kommentar der Zürcher Kantonalbank (ZKB): Die Offerte für Ciba dürfte sich zumindest kurzfristig auch für Clariant positiv auswirken.

Die Ciba-Aktie schoss am Montagvormittag um 25,8 Prozent auf 47.80 Franken. Clariant gewannen 5,9 Prozent auf 11.27 Franken. Der Gesamtmarkt (SPI) lag derweil um 2,3 Prozent im Minus.

(SDA/AP)

Ciba-Aktie schiesst auf 49 Franken hoch

Die Aktie des Basler Spezialchemiekonzerns Ciba hat am Montag 29 Prozent höher bei 49 Franken eröffnet. Der Kurs lag damit knapp unter dem zuvor von BASF publizierten Übernahmeangebot in der Höhe von 50 Franken je Ciba-Aktie. Der Gesamtmarkt (SPI) lag derweil um 2 Prozent im Minus.

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