Stellenabbau: Ciba mit 564 Millionen Verlust
Aktualisiert

StellenabbauCiba mit 564 Millionen Verlust

Der Basler Spezialchemiekonzern Ciba hat im letzten vollen Geschäftsjahr vor der Übernahme durch BASF einen Verlust von 564 Millionen Franken erlitten. Im Vorjahr hatte noch ein Überschuss von 237 Millionen resultiert. Zu Buche schlugen teure Rohstoffe und die Krise.

Im Sommer waren zudem 590 Millionen Franken Goodwill in der Sparte Water & Paper Treatment abgeschrieben worden. Der Jahresumsatz sank um 9 Prozent auf 5,919 Milliarden Franken - respektive 3 Prozent in Lokalwährungen.

Seit 2006 sind bereits über 1900 Stellen abgebaut worden; bis Ende Jahr sollen es insgesamt 2500 sein, wie Ciba am Dienstag mitteilte. Laut einem Sprecher ist das kein zusätzlicher Abbau, sondern liege im Rahmen der Ankündigungen.

Umsatz und Profitabilität litten laut Ciba unter einem Nachfrageeinbruch im vierten Quartal. In der ersten Jahreshälfte kämpfte Ciba mit rekordhohen Rohstoffkosten. Gegen Jahresende sei dann die Nachfrage aufgrund des dramatischen Konjunkturrückgangs eingebrochen, lässt sich Konzernchef Brendan Cummins zitieren.

Erholung lässt auf sich warten

Der Betriebsgewinn (EBIT) vor Sonderbelastungen sank um 44 Prozent auf 308 Millionen Franken. Sonderbelastungen einbezogen resultierte ein Betriebsverlust von 427 Millionen Franken, nach einem Vorjahresgewinn von 434 Millionen.

Das Sparprogramm «Operative Agenda» habe die Kosten 2008 um 145 statt erwarteten 100 Millionen Franken gedrückt. Die damit verbundenen Restrukturierungskosten seien bei 106 Millionen gelegen. Dazu kamen einmalige Sonderaufwendungen.

Obschon die Rohstoffkosten begännen, sich zu entspannen, erwartet Ciba keine nennenswerte Erholung der Nachfrage vor Ende Jahr – es könnte auch später werden, wie dem Communiqué weiter zu entnehmen ist. Die Produktionskapazitäten würden nun entsprechend angepasst; manche Anlagen könnten vorübergehend geschlossen werden.

Schon teils Kurzarbeit

Ende Januar hatte Ciba am Standort Monthey VS Kurzarbeit für 170 Angestellte eingeführt. Ciba soll voraussichtlich Ende des ersten Quartals in die Organisation seiner neuen Eignerin BASF eingebettet werden. Noch fehlt die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden.

BASF und Ciba hatten die Übernahme in Höhe von 6,1 Milliarden Franken im September angekündigt. BASF hält an Ciba inzwischen über 95 Prozent der Aktien. Mit Ciba will BASF vor allem sein Spezialchemiegeschäft ausbauen, das höhere Margen abwirft als Massenchemikalien.

Ciba ist unter anderem der weltgrösste Produzent von Zusatzstoffen für Plastik. Dazu gehören Produkte, die Kunststoffe vor ultravioletter Strahlung schützen oder ihre Reaktion mit Sauerstoff verhindern.

Der Ciba-Konzern war 1997 als Spin-off der aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz entstandenen Novartis ausgegliedert worden. Die Wurzeln des Unternehmens reichen 200 Jahre zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen knapp 13 000 (2007: 13 319) Angestellte in über 120 Ländern weltweit. (sda)

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