Umstrittene Ticketplattform - Circus Knie erringt Sieg gegen Viagogo
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Umstrittene TicketplattformCircus Knie erringt Sieg gegen Viagogo

Der Ticketplattform ist es künftig untersagt, falsche Bezeichnungen für Preiskategorien sowie Sektoren zu verwenden. Auch muss der Preis einer Karte von Anfang an transparent sein.

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Zirkus Knie auf dem Sechseläutenplatz in Zürich. 

Zirkus Knie auf dem Sechseläutenplatz in Zürich.

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Das Handelsgericht St. Gallen hat einen Entscheid bezüglich «Markenrecht und unlauterer Wettbewerb» gegen Viagogo gefällt und am 30. April 2021 an die Parteien versandt, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch: Das Gericht untersagt Viagogo unter Strafandrohung, Veranstaltungen des Circus Knie als ausverkauft zu bezeichnen, solange bei der offiziellen Verkaufsstelle Ticketcorner noch Eintrittskarten erhältlich sind. Zudem verbot das Gericht Viagogo, falsche Bezeichnungen für Preiskategorien bzw. Sektoren (z.B. Block: Circle Seating, Block: Upper Circle Seating, Block Seating) zu verwenden und/oder falsche Sitzpläne abzubilden. Das Gericht bestätigte, dass ein derartiges Verhalten irreführend und unzulässig ist.

Zudem sei der Bestellprozess auf der Viagogo-Webseite unlauter ausgestaltet und verstosse gegen das Klarheitsgebot. Das Handelsgericht untersagt Viagogo weiter, den tatsächlich zu bezahlenden Preis im Laufe des Bestellvorgangs durch schrittweise Nennung der zu bezahlenden Beträge zu erhöhen, ohne bei der Bestätigung des Einkaufs gleichzeitig sichtbar das Gesamttotal des Preises mit den einzelnen Positionen zu nennen. Zudem muss dem Kunden für den Entscheid eine Frist von mindestens drei Minuten gewährt werden. Auch ist es unzulässig, auf der Webseite Angaben zu machen, die auf eine grosse Nachfrage und/oder ein knappes Angebot schliessen lassen. Das Urteil setzt Viagogo damit auch in Bezug auf Ausgestaltung des Bestellprozesses und der Preisangaben klare Grenzen.

Fredy Knie jun., Verwaltungsratspräsident der Gebrüder Knie AG, zeigt sich erleichtert über das Urteil. «Es ist in dieser sowieso schon schwierigen Zeit ein Lichtblick für alle Besucherinnen und Besucher, dass bezüglich der Irreführung beim Ticketkauf eine wichtige Hürde genommen wurde. Mit dem Urteil wird diese Irreführung nun klar erschwert und es ist für uns ein Wegweiser in die Zukunft.»

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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(dmo)

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