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Online-SpeicherdienstClinton-Anwalt verteidigt Megaupload

Die Chefs der Internetplattform Megaupload haben einen prominenten Anwalt verpflichtet. Robert Bennett vertrat vor Gericht den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in der Affäre Lewinsky.

Vier Verantwortliche von Megaupload.com wurden in Neuseeland verhaftet.

Vier Verantwortliche von Megaupload.com wurden in Neuseeland verhaftet.

Die von der US-Justiz wegen Urheberrechtsverletzungen angeklagten führenden Vertreter des Online-Speicherdienstes Megaupload werden vor Gericht von einem der prominentesten Anwälte der USA verteidigt. Robert Bennett teilte am Freitag mit, dass er das Unternehmen vertrete.

Bennett versprach eine engagierte Verteidigung. Er lehnte es aber ab, auf Einzelheiten des Falles einzugehen.

Clinton und Enron verteidigt

Bennett wurde nicht zuletzt durch seine Verteidigung des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton bekannt. Dieser war von seiner Praktikantin Monica Lewinsky vor Gericht gezerrt worden. Sie warf ihm sexuelle Belästigung vor. Bennett war auch Verteidiger des US-Energiekonzerns Enron, der nach massiven Bilanzfälschungen 2001 Insolvenz anmelden musste.

Die US-Justiz hat Anklage gegen sieben Personen erhoben, darunter vier Deutsche. Vier Megaupload-Manager wurden am Donnerstag in Neuseeland festgenommen. Drei sind noch flüchtig. Wann der Fall in den USA vor Gericht kommt, ist noch unklar. Allein eine Auslieferung der Beschuldigten von Neuseeland an die USA kann ein Jahr oder länger dauern, wenn sie dagegen vorgehen.

Anonymous greift weitere Website an

Offenbar aus Rache für die Megaupload-Schliessung hat die Hackergruppe Anonymous die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen. Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren vorübergehend Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan «We Are Legion» («Wir sind eine Heerschar»).

Auch andere Sprüche wie «Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte» waren in englischer Sprache eingefügt. Am Abend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schliessung von Megaupload.com begrüsst.

Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Hacker legten die Internetauftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm. (sda)

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