Aktualisiert 01.06.2011 15:48

Proteste gegen Assad

Clinton kritisiert Brutalität Syriens

Aktivisten haben mit einer Facebook-Seite eines 13-jährigen Jungen gedacht, der von der syrischen Polizei gefoltert worden sei. US-Aussnministerin Hillary Clinton reagierte mit scharfer Kritik.

Nach Berichten über die mutmassliche staatliche Folter eines Kindes in Syrien hat US-Aussenministerin Hillary Clinton die Regierung in Damaskus ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Wille, den reformwilligen Demonstranten zuzuhören, sei den Behörden völlig abhandengekommen.

«Ich kann nur hoffen, dass dieses Kind nicht vergeblich gestorben ist und dass die Regierung die Brutalität stoppt und den Übergang zu einer echten Demokratie einleitet»,sagte Clinton am Dienstagabend in Washington.

Die Position der syrischen Regierung lasse sich mit jedem ablaufenden Tag schwerer halten. Auf der anderen Seite würden die Forderungen der Demonstranten für einen Wandel stärker.

30 Kinder erschossen

Syrische Aktivisten hatten am Wochenende eine Facebook-Seite im Gedenken an einen 13-jährigen Jungen ins Leben gerufen, der ihren Angaben zufolge von Sicherheitskräften in Daraa gefoltert und getötet wurde. Die Regierung in Damaskus äusserte sich bisher nicht zu den Vorwürfen.

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF teilte mit, bei den Demonstrationen in Syrien seien mindestens 30 Kinder von Sicherheitskräften erschossen worden. Zwar könnten die genauen Umstände nicht überprüft werden, erklärte UNICEF in New York. Es gebe aber Videobilder, die etwa gefolterte Minderjährige zeigten.

Zweifel an Amnestie

Seit Monaten gehen in ganz Syrien immer wieder Gegner von Präsident Baschar al-Assad auf die Strasse. Sie fordern ein Ende seiner elfjährigen Herrschaft und demokratische Reformen. Sicherheitskräfte haben mehrfach versucht, die Demonstrationen gewaltsam niederzuschlagen und dabei über 1000 Menschen getötet und festgenommen.

Assad hatte am Dienstag eine Generalamnestie für alle Mitglieder politischer Bewegungen erlassen. Die Opposition kritisierte die Amnestie als unzureichend und verspätet. Auch Clintons Sprecher Mark Toner äusserte sich skeptisch. Assad habe in den vergangenen Wochen und Monaten «viel gesagt», aber wenig getan.

(sda)

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