«Lösch dein Konto»: Clinton und Trump liefern sich Twitter-Krieg
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«Lösch dein Konto»Clinton und Trump liefern sich Twitter-Krieg

Donald Trump muss sich auf Twitter freche Worte von Rivalin Hillary Clinton gefallen lassen. Es poltert heftig im Netz.

von
J. Colvin und L. Lerer
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Der Kampf zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump im Rennen um das Weisse Haus wird auch im Netz ausgetragen.

Der Kampf zwischen der Demokratin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump im Rennen um das Weisse Haus wird auch im Netz ausgetragen.

epa/str
Trump mokierte sich auf Twitter über ...

Trump mokierte sich auf Twitter über ...

Keystone/AP/Mary Altaffer
... die Unterstützung des US-Präsidenten Barack Obama für Clinton.

... die Unterstützung des US-Präsidenten Barack Obama für Clinton.

AP/Charles Dharapak

Donald Trump und Hillary Clinton haben sich einen ersten ausgewachsenen Twitter-Kampf geliefert. Trump hat angefangen, dann trollte Clintons Team den Rivalen – und am Ende schaltete sich auch noch der Republikaner-Chef ein.

Der Reihe nach. US-Präsident Barack Obama sprach am Donnerstag seine Unterstützung für die voraussichtliche demokratische Präsidentschaftskandidatin Clinton aus – Grund genug für Trump, um sich postwendend darüber lustig zu machen. «Obama hat gerade der betrügerischen Hillary seine Unterstützung gegeben. Er will vier weitere Jahre Obama – aber das will sonst niemand», twitterte er.

Tweet verbreitet sich rasend schnell

Das liess Clintons Wahlkampfteam nicht auf sich sitzen. «Lösch dein Nutzerkonto», schoss es zurück. Die Aussage – auf Englisch «Delete your account» – ist eine typische Reaktion in sozialen Medien, wenn jemand einen Witz ordentlich versemmelt hat.

Die Nachricht war aber auch viel mehr als bloss eine gekonnte Antwort auf die Häme von Twitter-Liebhaber Trump. Sie stellt gleichzeitig eine Abkehr der sonst so vorsichtigen Clinton von ihrer bisherigen Linie dar. Und das mit Erfolg: Der Tweet verbreitete sich rasend schnell und wurde innerhalb von knapp einer Stunde knapp 130'000 Mal retweetet. So viel Aufmerksamkeit erntete Clinton auf Twitter bislang noch nie.

Natürlich konnte Trump das nicht unkommentiert lassen. Seine Reaktion: «Wie lange haben deine 823 Leute gebraucht, um sich das auszudenken – und wo sind deine 33'000 E-Mails, die du gelöscht hast?» Trump nahm damit Bezug auf Clintons E-Mail-Affäre und ihr deutlich grösseres Wahlkampfteam. In der Tat steht seinem überschaubaren Kampagnenstab eine ganze Armada an Clinton-Wahlkämpfern gegenüber, die im New Yorker Stadtteil Brooklyn ihr Hauptlager aufgeschlagen haben.

Häme und Humor

Der Zweikampf der beiden Wahlkampflager sorgte für harsche Reaktionen anderer Politiker. «Wenn irgendjemand weiss, wie man die Löschtaste benutzt, dann du», antwortete der Vorsitzende der Republikaner, Reince Priebus, ebenfalls mit Blick auf die Mails aus Clintons Zeit als US-Aussenministerin, die sie von ihrem privaten Server gelöscht hat. Laut der 68-Jährigen handelte es sich dabei um private Mails.

Der frühere demokratische Repräsentantenhaus-Abgeordnete von New York, Anthony Weiner, mischte ein wenig Selbstironie in die Netzdebatte. «Zu spät für einige von uns», schrieb er zum «Lösch dein Nutzerkonto»-Tweet mit einem offensichtlichen Vermerk auf seine eigene Vergangenheit. Weiner war im Sommer 2011 aus seinem Amt im Kongress zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass er schlüpfrige Nachrichten mit sexuellem Inhalt über Twitter verschickt hatte.

Trump hat 8,8 Millionen Follower auf Twitter, Clinton folgen 6,7 Millionen Nutzer. Der Republikaner trat dem sozialen Netzwerk im März 2009 bei, die Demokratin zog erst im April 2013 nach.

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