E-Mail-Affäre: Clintons Vorsprung bricht ein
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E-Mail-AffäreClintons Vorsprung bricht ein

Das FBI ermittelt erneut in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton. Diese Ankündigung hat aus einem klaren Vorsprung wieder ein knappes Rennen gemacht.

von
ofi
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FBI-Direktor James B. Comey sieht keinen Grund für ein Ermittlungsverfahren gegen Clinton.

FBI-Direktor James B. Comey sieht keinen Grund für ein Ermittlungsverfahren gegen Clinton.

AP/J. Scott Applewhite
Wird die E-Mail-Affäre nicht mehr los: Das FBI prüfte nach dem Auftauchen neuer E-Mails in einem anderen Fall ein mögliches Fehlverhalten Clintons ...

Wird die E-Mail-Affäre nicht mehr los: Das FBI prüfte nach dem Auftauchen neuer E-Mails in einem anderen Fall ein mögliches Fehlverhalten Clintons ...

AFP/Jewel Samad
... Ausgerechnet in der heissen Schlussphase des US-Präsidentenwahlkampfes und in einem Fall, der nichts direkt mit ihrer Arbeit als Aussenministerin zu tun hat.

... Ausgerechnet in der heissen Schlussphase des US-Präsidentenwahlkampfes und in einem Fall, der nichts direkt mit ihrer Arbeit als Aussenministerin zu tun hat.

AP/Andrew Harnik

Die Umfragewerte zur US-Präsidentenwahl zeigten einen grossen Vorsprung für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Seit dem grössten Vorsprung von durchschnittlich 7,1 Prozentpunkten vor zwei Wochen ist die Differenz zwar kleiner geworden, am Donnerstag, 27. Oktober betrug sie aber immer noch 5,4 Prozent, wie «Real Clear Politics» ausgerechnet hatte.

Am Tag darauf verkündete FBI-Chef James Comey, dass erneut gegen Hillary Clinton ermittelt werde, weil auf einem Computer ihrer nahen Beraterin Huma Abedin offenbar Hunderttausende E-Mails entdeckt worden waren, die möglicherweise von Clinton stammten oder an sie gerichtet waren. Am Abend nach dieser Bekanntgabe waren Clintons Werte im nationalen Durchschnitt um einen Prozentpunkt gesunken.

Trumps Chance in drei wichtigen Swing States

Einzelne Umfragen, die dabei ausgewertet wurden, sahen allerdings ein deutlich knapperes Resultat, in einer der «Los Angeles Times» führte Donald Trump gar mit 2 Punkten. In einer Auswertung, in der auch die Kandidaten, die Grüne Jill Stein und der Libertäre Gary Johnson, eingeschlossen wurden, betrug Clintons Vorsprung gar nur noch 3,4 Prozent.

«Real Clear Politics» wertet ausserdem die Umfragen in den umkämpften Bundesstaaten gesondert aus. Zwar führt Clinton in der Mehrzahl dieser Staaten, allerdings weist Trump ausgerechnet in den bevölkerungsreichen Staaten Ohio und Georgia einen knappen Vorsprung auf und im wichtigsten von allen, Florida, liegen die beiden Kandidaten Kopf an Kopf. Mit 16 (Georgia), 18 (Ohio) und 29 (Florida) sind in diesen umkämpften Staaten die meisten Wahlmännerstimmen zu holen.

US-Medien und Politikexperten gehen davon aus, dass Trump fast alle Swing States gewinnen muss, um eine Wahlchance zu haben, sicher aber die wählerstärksten. Die jüngsten Umfrage-Entwicklungen dürfen dem republikanischen Kandidaten Hoffnung machen – auch wenn er noch einige Prozentpunkte gutmachen muss.

Siegchancen der ehemaligen Aussenministerin demnach bei 78,8 Prozent gegenüber 21,1 Prozent für Trump. Vor der Ankündigung des FBI lagen die Siegchancen von Clinton bei 81,1 Prozent.

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