Aktualisiert 15.05.2007 11:36

«Cloaca Maxima» entdeckt

Einen Teil des unterirdischen Abwasserkanals im römischen Legionslager Vindonissa haben Aargauer Archäologen in Windisch AG wieder entdeckt. Der gemauerte Hauptabwasserkanal ist der grösste seiner Art in der römischen Schweiz.

Die «Cloaca maxima» ist ein eindrückliches Zeugnis der zivilisatorischen Leistungen der Römer, wie die Aargauer Kantonsarchäologie mitteilte. Der grosse Sammelkanal war rund 200 Meter lang.

Um Seuchen im Lager zu vermeiden, sei es wichtig gewesen, das Schmutzwasser aus Latrinen, Thermen und Werkstätten abzuführen. Das Abwasser sei vermutlich in die Aare geleitet worden, sagte Thomas Pauli-Gabi, Leiter Ausgrabungen Vindonissa, auf Anfrage.

Das Legionslager in Vindonissa war mit einem Netz aus gemauerten Abwasserleitungen von mehr als fünf Kilometern Länge durchzogen. Im ersten Jahrhundert nach Christus lebten in Vindonissa bis zu 6000 Legionäre.

Durch die «Cloaca maxima» war viel Abwasser geflossen. Die römische Wasserleitung führte pro Tag 1,3 bis 1,5 Millionen Liter Frischwasser ins Legionslager. Das schmutzige Brauchwasser sammelte sich danach wieder im Hauptabwasserkanal.

Bei Bauarbeiten zerstört

Der wieder entdeckte Kanal ist zwei Meter hoch und ein Meter breit. Das rund ein Meter unter dem Boden liegende Bauwerk kann zurzeit auf einer Länge von sechs Metern begangen werden.

Das Bauwerk für die Abwasserentsorgung war gemäss Kantonsarchäologie bereits 1907 entdeckt worden. «Wir wissen nicht, weshalb der Standort in Vergessenheit geriet», sagte Pauli-Gabi. Nur ein paar schwarzweisse Fotos seien vorhanden gewesen.

Bei Bauarbeiten für die Psychiatrische Klinik Königsfelden war 1966 der Hauptkanal zu einem grossen Teil zerstört worden. Rückblickend sei das eine «Sünde», sagte Pauli-Gabi.

Die «Cloaca maxima» solle unter Schutz gestellt werden. Der Kanton Aargau plane, den Hauptabwasserkanals als Zeugnis der Ingenieurkunst der Römer für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

(sda)

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