Clochard – alles andere als Mode für Obdachlose
Aktualisiert

Clochard – alles andere als Mode für Obdachlose

Vom kleinen Quartierladen zur trendigen Boutique-Kette: In 32 Jahren hat Martin Stampfli (57) das Maximum aus seinem Shop Clochard herausgeholt. Nur um die Einkaufsmetropole Zürich machte der Modekenner bis jetzt einen grossen Bogen.

Der Name ist nicht Konzept: Clochard hat keineswegs etwas mit Obdachlosen-Hüllen am Hut. Im Gegenteil. Seit 1972 will die Trendboutique experimentierfreudige Junge mit Mut zum Aussergewöhnlichen ansprechen. «In den 70ern gehörten wir zu den Ersten, die ein Jeans-Sortiment angeboten haben», erinnert sich Martin Stampfli an seinen ersten Laden (40 Quadratmeter) in Solothurn. Im selben Atemzug gründete er die Marke Driver.

Wenig später folgte das zweite, dritte und vierte Clochard-Standbein. Heute existieren 17 Filialen, und die setzen Klamotten von Indian Rose, Miss Sixty, Broadway usw. ab. «Eine solch grosse Entwicklung war eigentlich nicht geplant», gibt der gelernte Textilverkäufer heute zu. «Ursprünglich wollten wir klein bleiben.» Doch daraus wurde nichts: Gerade eben wurde ein Shop in Basel mit neuem Inneneinrichtungskonzept eröffnet. Stampfli: «Die neuen Ideen werden früher oder später überall Einzug halten.» Hauptmerkmal sind verschiedene Einkaufstypen-Zonen.

Nur das Einkaufsmekka Zürich wartet seit 32 Jahren auf «seinen» Clochard. «Nicht, dass wir Zürich bewusst auslassen, aber an optimaler Lage sind die Ladenpreise einfach horrend», erklärt Stämpfli. «Aber was nicht ist, kann ja noch werden.»

Martina Rissi

Clochard-Boutiquen sind in Thun, Burgdorf, Interlaken, Widnau, Rorschach, Kreuzlingen, Solothurn, Olten, Zug, Aarau, Basel, Biel, Chaux-de-Fonds, Delémont, Laufen und Porrentruy zu finden.

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