Clooney vor dem UN-Sicherheitsrat
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Clooney vor dem UN-Sicherheitsrat

Hollywood-Star George Clooney und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel haben am Donnerstag an die Vereinten Nationen appelliert, die Menschen in der sudanesischen Krisenregion Darfur nicht im Stich zu lassen.

Wenn nach dem Ende des Mandats für die Truppe der Afrikanischen Union (AU) am 30. September nicht Blauhelme nachrückten, würden alle Hilfsorganisationen Darfur verlassen und den 2,5 Millionen Flüchtlingen drohe der Tod, sagte der Clooney vor Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats.

Die Regierung in Khartum weigert sich, UN-Soldaten ins Land zu lassen. «Die Vereinigten Staaten haben es Völkermord genannt», sagte Clooney. «Es ist der erste Völkermord des 21. Jahrhunderts.» Die informellen Gespräche im UN-Sicherheitsrat finden unter Federführung der Elie-Wiesel-Stiftung statt, die kürzlich ein Darfur-Komitee gegründet hat. Gastgeber der Anhörung ist US-Botschafter John Bolton. Auch Wiesel appellierte an den Sicherheitsratsmitglieder, Truppen nach Darfur zu entsenden. «Erinnern Sie sich an Ruanda. Ich tue es. 600.000 bis 800.000 Menschen wurden umgebracht. Wir wussten damals wie heute, dass sie hätten gerettet werden können.»

Die seit mehr als drei Jahren andauernden Kämpfe in Darfur haben bislang über 200.000 Menschen das Leben gekostet und mehr als zwei Millionen aus ihren Dörfern vertrieben. Ein Friedensabkommen zwischen Regierung und Rebellen vom Mai zeigt wenig Wirkung.

(dapd)

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