Linkes Komitee: Clown Dimitri kämpft für zweite Gotthard-Röhre

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Linkes KomiteeClown Dimitri kämpft für zweite Gotthard-Röhre

Dimitri will sich in einem linken Komitee für eine zweite Gotthardröhre engagieren. Und dies, obwohl er sich für die Alpenschutzinitiative einsetzte.

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Soll am Gotthard eine zweite Röhre gebaut werden? Über diese Frage können die Stimmbürger im Februar abstimmen. Der Abstimmungskampf tobt bereits. Am Dienstag rührte Verkehrsministerin Doris Leuthard kräftig die Werbetrommel für die Vorlage.

Nun bekommen die Befürworter weitere prominente Unterstützung: Nach Informationen von 20 Minuten wird Ende Monat ein «Linkes und progressives Komitee für den Sanierungstunnel am Gotthard» an die Öffentlichkeit treten. An Bord ist auch Clown Dimitri, wie dieser auf Anfrage bestätigt: «Als Bewohner des Tessins macht mir der Stau schon jetzt zu schaffen», begründet Dimitri sein Engagement für den Bau einer zweiten Röhre.

Dimitri unterstützte die Alpen-Initiative

«Ich war zwar für die Alpenschutzinitiative, aber für die zweite Röhre bin ich trotzdem.» Es sei eine Illusion, zu glauben, dass der Verkehr am Gotthard abnehmen werde. «Der Mensch wird niemals auf das Auto verzichten», sagt Dimitri. Er sei für die Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene, der Lastwagenverkehr solle am besten zwischen Basel und Chiasso auf der Schiene stattfinden. Eine Verladestation am Gotthard, wie sie die Gegner einer zweiten Röhre wollen, würde aber nur zu mehr Stau führen, was auch nicht ökologisch sei.

Im Parlament verlaufen die Fronten in Bezug auf die Gotthard-Sanierung mehrheitlich entlang der Parteien. Die meisten Bürgerlichen sind für eine zweite Röhre, Linke für eine Verladestation. Es gibt jedoch auf beiden Seiten Abweichler. Als Pendant zum neuen linken Komitee für eine zweite Röhre gibt es bereits ein «Bürgerliches Komitee gegen den zweiten Gotthardstrassentunnel», welches CVP-Ständerat Konrad Graber anführt.

Der Bundesrat will am Gotthard eine zweite Röhre bauen, um den bestehenden Tunnel zu sanieren. Ab etwa 2030 sollen dann beide Tunnels je einspurig betrieben werden. Die Röhrengegner argumentieren, dass die Schweiz unter Druck käme, die beiden Tunnel zweispurig freizugeben, und warnen vor einer Lastwagenlawine.

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