Schlieren ZH: Club lud Gäste zur Reichsbunker-Party
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Schlieren ZHClub lud Gäste zur Reichsbunker-Party

«Bunker 13 – der Reichsbunker, Uniformen erwünscht»: Unter diesem Motto plante der Schwulenclub Rage eine Party. Für Pink Cross ist der Name «unsensibel» gewählt.

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Mit diesem Flyer warb der Club Rage in Schlieren für die Party.

Mit diesem Flyer warb der Club Rage in Schlieren für die Party.

Screenshot/Rage.ch
Uniformen seien erwünscht, Kameras hingegen verboten.

Uniformen seien erwünscht, Kameras hingegen verboten.

Screenshot/Rage.ch
In diesem unscheinbaren Gebäude in Schlieren befindet sich der Club.

In diesem unscheinbaren Gebäude in Schlieren befindet sich der Club.

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Die Uniform des Mannes auf dem Flyer erinnert an die Nazizeit – dieser wirbt für die Bunker-13-Party, die am 1. Oktober im Schwulen-Fetisch-Club Rage in Schlieren ZH geplant war. Uniformen sind erwünscht, Mobiltelefone und Kameras aber strikt verboten, steht im Agenda-Eintrag zur Party – dort wird diese mit «Der Reichsbunker» und mit «world war II Bunker» betitelt.

Laut eines Club-Sprechers sind solche Bunker-Partys in der Schwulenszene nichts Aussergewöhnliches: «Sie finden sogar in Deutschland statt.» Er betont, dass diese nichts mit Politik oder Nationalsozialismus zu tun haben: «Es handelt sich lediglich um einen Fetisch. Sozusagen das Salz in der Suppe, damit es spannender wird.»

«Ignorant und dumm»

Bei der Schwulenorganisation Pink Cross wundert man sich über den Namen der Party: «In Anbetracht der Vergangenheit und der leidvollen Verfolgung von schwulen Männern während der Nazi-Zeit erscheint uns der gewählte Name und Beschrieb der Fetisch-Party als unsensibel und unpassend gewählt», sagt Geschäftsleiter Bastian Baumann.

Dieser Meinung ist auch Psychologe Thomas Spielmann. Er bezeichnet einen Fetisch als Angst vor lebender Sexualität, vor einem Gegenüber aus Fleisch und Blut: «Betroffene Personen gehen deshalb emotionale Beziehungen zu Gegenständen, Körperteilen oder Symbolen ein.» Dass ein Club in diesem Zusammenhang die Nazisymbolik verherrliche, könne jedoch nicht psychologisch analysiert werden. Spielmann: «Das zeigt lediglich die Ignoranz und Dummheit der Organisatoren.»

Diese haben die Veranstaltung unterdessen aus dem Kalender gestrichen und durch eine andere Motto-Party ersetzt.

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