Keine Einladungen mehr - Clubhouse öffnet sich für alle Nutzer – aber niemand will mehr rein
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Keine Einladungen mehrClubhouse öffnet sich für alle Nutzer – aber niemand will mehr rein

Die Audio-Only-Plattform gilt als die Hype-App der Pandemie. Nun verliert sie aber so schnell an Popularität, wie sie diese gewonnen hat.

von
Dominique Zeier
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Bis anhin konnte man die App Clubhouse nur mit privater Einladung nutzen. 

Bis anhin konnte man die App Clubhouse nur mit privater Einladung nutzen.

20min/Marco Zangger
Dies ändert sich nun. 

Dies ändert sich nun.

20min/Marco Zangger
Neu können alle Nutzerinnen und Nutzer die App ohne Einladung betreten.

Neu können alle Nutzerinnen und Nutzer die App ohne Einladung betreten.

Unsplash

Darum gehts

  • Für die Plattform Clubhouse ist neu keine Einladung mehr nötig.

  • Auf der Höhe ihrer Beliebtheit wurde der Wert der App auf bis zu eine Milliarde Dollar geschätzt.

  • Allein im Februar 2021 gewann die Plattform 9,6 Millionen neue Nutzerinnen und Nutzer dazu.

  • Bereits im Mai fiel diese Zahl aber auf etwas mehr als 700’000.

  • Die Gründer wollen trotzdem noch nicht aufgeben.

Die Audio-Only-App Clubhouse wurde im März 2020 lanciert – also genau rechtzeitig, um die Hype-App der Covid-Pandemie zu werden. Nur rund zwei Monate nach der Lancierung wurde der Wert des Unternehmens auf 100 Millionen Dollar geschätzt und wieder ein paar Monate später sogar auf eine Milliarde Dollar. Was die App besonders begehrt machte: Nur wer eine exklusive Einladung von einem bereits bestehenden Mitglied erhielt, hatte Zugriff auf alle Inhalte und Podiumsdiskussionen, für die die App so berühmt wurde. Einige solcher Einladungs-Codes wurden sogar für mehrere Hundert Dollar auf Plattformen wie Ebay verkauft.

Nach einem Jahr des Riesen-Hypes ist es aber plötzlich still geworden um die Plattform. Tatsächlich sollen die Nutzerzahlen deutlich zeigen, dass Clubhouse genauso schnell wie es aufgestiegen ist, wieder an Popularität verliert. Denn Vanityfair.com berichtete nur etwas mehr als ein Jahr nach der Lancierung der Plattform, dass die Zahl der Downloads sowie der neugeschaffenen Accounts drastisch zurückgegangen seien. Waren es im Februar noch 9,6 Millionen Neuinstallationen, fiel diese Zahl im Mai auf noch rund 700’000.

«Opfer seines eigenen Wachstums»

Diesen Trend hat auch John Brandon, Social-Media-Experte bei Forbes.com, beobachtet. «Wenn eine App so schnell an Popularität gewinnt, dann möchte niemand zurückgelassen werden und alle springen mit auf den Zug auf. Aber ich beobachte, dass jetzt, da die Welt sich wieder öffnet, viele von der Plattform verschwinden.» Das liege daran, dass die Menschen nun lieber selbst nach draussen gingen und direkt miteinander sprächen, anstatt alleine von zu Hause aus über Clubhouse zu kommunizieren.

Ausserdem habe Clubhouse es verpasst, rechtzeitig grosse Neuerungen zu lancieren. «Sie haben es erst vor kurzem möglich gemacht, dass auch Android-Nutzerinnen und -Nutzer Clubhouse nutzen können und man kann nach wie vor keine Gespräche aufzeichnen.» Darüber hinaus haben Apps wie Twitter mit «Spaces» oder Facebook mit «Live Audio Rooms» ihre eigene Version von Clubhouse lanciert. «Die App ist einfach ein Opfer ihres eigenen Wachstums geworden.»

Keine Einladung mehr

Clubhouse denkt aber noch nicht daran, aufzugeben. Im Gegenteil. Erst am Mittwoch hat das Unternehmen angekündigt, die Art und Weise, wie man Zugriff zur App erlangt, grundlegend zu verändern. So werden neue Nutzerinnen und Nutzer künftig keine Einladung mehr benötigen, um die Plattform nutzen zu können, wie CNN berichtet. Ausserdem verkündet das Unternehmen, dass das Engagement nach wie vor hoch sei. Laut Clubhouse werden täglich rund 500’000 Audio-Räume kreiert und User sollen auch heutzutage noch rund eine Stunde pro Tag auf der App verbringen.

«Wir wissen, dass es noch mehr Höhen und Tiefen geben wird, während wir weiter aufsteigen», so Clubhouse-Gründer Paul Davison und Rohan Seth. «Ausserdem ist die Konkurrenz von anderen, mächtigeren Netzwerken gross. Aber wir glauben, dass die Zukunft durch Optimisten gebaut wird – und wir freuen uns darauf, weiterhin an einer anderen Art von sozialem Netzwerk zu arbeiten.»

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