Stadt Zürich: Clubs bleiben offen, wollen aber Daten der Gäste
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Stadt ZürichClubs bleiben offen, wollen aber Daten der Gäste

Der Kanton Zürich empfiehlt den Clubs, ihre Partys abzusagen. Die Clubs folgen dieser Empfehlung nicht, treffen aber Massnahmen – und üben Kritik.

von
wed

Das sagten Partygänger am vergangenen Wochenende an der Zürcher Langstrasse zum Coronavirus.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich veröffentlichte am Dienstag die Empfehlung, dass Partys in Clubs abgesagt werden sollen. Dies als Vorsichtsmassnahme wegen des Coronavirus, da sich viele Personen in engem körperlichem Kontakt in einem geschlossenen Raum befinden. Kontrollen werde man als Kanton aber nicht durchführen, da es sich nur um eine Empfehlung handle.

Im Zürcher Nachtleben reagierte man bereits am Dienstag empört über diese Massnahme. Am Mittwoch hat sich nun die Zürcher Bar & Club Kommission (BCK) getroffen, und sie empfiehlt ihren Mitgliedern, die Clubs offen zu lassen «und alle möglichen Massnahmen zum Schutz der Besucher zu ergreifen und an die Eigenverantwortung der Gäste zu appellieren».

«Würde Branche von der Bildfläche fegen»

Gründend auf Rücksprachen mit Virologen und Ärzten werde vermutet, dass die getroffenen Massnahmen frühestens in zwei Monaten ihre Wirkung entfalten würden. «Dieser Zeithorizont würde die Branche von der Bildfläche fegen und deren Mitarbeiter ohne Arbeit zurücklassen.»

Die der BCK angegliederten Clubs* werden per sofort folgende Massnahmen treffen:

1. Aufklärungs-Kampagne vor dem Club über Sars Covid-19.

2. Aufklärung über die Situation per clubinterne Kommunikationskanäle.

3. Hinweis, dass Gäste, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben, vom Besuch öffentlicher geschlossener Räume absehen sollen.

4. Club-Verordnung, dass Gäste mit Erkältungsanzeichen keinen Zutritt zum Club haben.

5. Voraussetzung, dass der Zutritt zum Club nur erfolgen kann, wenn man sich registriert und seine Kontaktdaten angibt, um das Virustracking sicherzustellen.

6. Anweisung an die Mitarbeiter, dass diese zu Hause bleiben müssen, sollten sie Grippesymptome aufweisen oder sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben.

7. Anschläge auf den Toiletten mit Hygiene-Hinweisen.

8. Einrichten von Hygienestationen.

«Behördliche Empfehlungen helfen nicht weiter»

Zudem übt die BCK Kritik, dass behördliche Empfehlungen nicht weiterhelfen würden: «Es kann nicht sein, dass Clubs allein per kantonalem Dekret als Problemherde gebrandmarkt und sich dann selbst überlassen werden – die Delegation der Verantwortung an die Clubbetreiber erscheint uns äusserst problematisch», heisst es in der Medienmitteilung weiter. Man könne zudem nicht einsehen, weshalb andere freiwillige Tätigkeiten, bei denen Menschen aufeinandertreffen, eine andere Behandlung erführen als Clubs.

Ob diese Massnahmen der BCK wie gewünscht umsetzbar sind, wird sich am Mittwoch um 20 Uhr zeigen. Dann wird Bundesrat Alain Berset über sein Treffen mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren informieren.

*Zu den Mitgliedern der BCK gehören folgende Clubs

Alte Kaserne Zürich, Amboss Rampe, Aura Zurich, Bellevue, Club Hiltl, EXIL, Frieda's Büxe, Gonzo, Heaven Club, Härterei, Hive, Jade, Jugendkulturhaus Dynamo, Kanzlei, Kaufleuten, Kauz, Klaus, Komplex 457, Maag Halle, Mascotte, Mehrspur, Minirock, Moods, Mundwerk, Papiersaal, Plaza, Purpur, Perle, Rote Fabrik, Space Monki, Sender, Supermarket, Verein Schneiderei, Vior, X-TRA, Zukunft

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