Verschärfte Massnahmen: Clubs fordern mehr Contact Tracing statt «Lockdown für Nachtleben»

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Verschärfte MassnahmenClubs fordern mehr Contact Tracing statt «Lockdown für Nachtleben»

Der Kanton Luzern erlässt neue Massnahmen für die Luzerner Veranstaltungsbranche. Viele Luzerner Barbetriebe und Nachtkulturunternehmen sind fassungslos.

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In Gastwirtschaftsbetrieben und bei Veranstaltungen im Kanton Luzern dürfen ab Freitag anstatt 300 nur noch 100 Gäste pro Sektor aufhalten.

In Gastwirtschaftsbetrieben und bei Veranstaltungen im Kanton Luzern dürfen ab Freitag anstatt 300 nur noch 100 Gäste pro Sektor aufhalten.

Bild Natascha Dittli / nataschaprints
Der Entscheid des Regierungsrates kann als Lockdown für das Nachtleben bezeichnet werden, teilte die IG Kultur Luzern mit.

Der Entscheid des Regierungsrates kann als Lockdown für das Nachtleben bezeichnet werden, teilte die IG Kultur Luzern mit.

Casineum Luzern
Unterzeichnet wurde das Schreiben von 21 Lokalen Bars und Nachtkulturbetrieben – darunter ewta die Schüür…

Unterzeichnet wurde das Schreiben von 21 Lokalen Bars und Nachtkulturbetrieben – darunter ewta die Schüür…

Schüür Luzern

Darum gehts

  • Ab Freitag dürfen sich in Luzern an Veranstaltungen nur noch 100 Gäste pro Sektor aufhalten.
  • So soll das Contact Tracing nicht überlastet werden.
  • Die Regierung kriegt dafür Kritik von Veranstaltern und Clubbetreibern: Arbeitsplätze vieler Luzerner Barbetriebe und Nachtkulturunternehmen sind gefährdet.

Ab kommenden Freitag sind im Kanton Luzern anstatt bisher 300 nur noch 100 Gäste in Gastwirtschaftsbetrieben und bei Veranstaltungen jeweils pro Sektor zugelassen, in denen weder der erforderliche Abstand eingehalten noch andere geeignete Schutzmassnahmen ergriffen werden können. Für die Luzerner Nachtkulturunternehmen bedeutet die erneute Verschärfung die erneute Schliessung vieler Betriebe.

Der Regierungsrat begründet den Entscheid damit, dass in verschiedenen Kantonen das Contact Tracing an seine Grenzen stossen würde, wenn rund 300 Personen an einer Veranstaltung teilnehmen oder einen Restaurationsbetrieb besuchen.

«Sicheres Verderben» für die Branche

Der Entscheid des Regierungsrates «kann als Lockdown für das Nachtleben bezeichnet werden und bedeutet, dass sich die wirtschaftliche Lage der ohnehin schon gebeutelten Barbetriebe und Nachtkulturunternehmen weiter verschärft», teilte die IG Kultur Luzern mit. Unterzeichnet wurde das Schreiben von 21 Lokalen Bars und Nachtkulturbetrieben – darunter etwa die Schüür, das Casineum oder auch der Rok Klub.

Clubs und Kulturbetriebe seien bemüht, die Schutzkonzepte einzuhalten. Trotz diesen Massnahmen seien Ansteckungen jedoch nicht auszuschliessen. Deshalb sieht die IG Kultur auch den Kanton in der Pflicht: Die IG fordert, «dass nun für das Contact Tracing seitens der kantonalen Gesundheits- und Sozialdepartements genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.» Zudem sollten Massnahmen in der Zukunft in einem konstruktiven und kooperativen Dialog mit den verantwortlichen Dienstellen und den Interesseverbänden gemeinsam erarbeitet werden, so die Mitteilung.

Deutlichere Worte gegen den Entscheid wählt Piero Achermann, Mitinhaber des Luzerner Rok Clubs: «Es wird also lieber eine ganze Branche mit hunderten Mitarbeitern ins sichere Verderben gestürzt, als ein paar Contact Tracer mehr anzustellen!», wie er in seinem Facebook Post mitteilte.

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