Coaches von England und Spanien stehen unter Druck
Aktualisiert

Coaches von England und Spanien stehen unter Druck

Am ersten Testspiel-Mittwoch des Jahres treffen sich in Manchester und Paris Vertreter der Elite zum Duell. In England empfangen die «Three Lions» die angeschlagene Auswahl Spaniens, in der französischen Hauptstadt tritt der WM-Zweite gegen Argentinien an.

Gemäss dem eigentlichen Wortsinn sollen Testspiele den Coaches Gelegenheit zum Testen und Pröbeln bieten. Vor dem Gang nach England sieht die Realität für Spaniens Trainer Luis Aragones indes anders aus. Der (spätestens) seit dem frühen WM-Ausscheiden (in den Achtelfinals) in heftige Kritik geratene 68-Jährige darf sich im «Theatre of Dreams» von Manchester keinen weiteren Ausrutscher erlauben. Nach den Niederlagen in der EM-Qualifikation in Nordirland und Schweden ist die iberische Auswahl gezwungen, ein positives Resultat zu erspielen. Für den Fall einer weiteren Niederlage soll Aragones bereits seinen Rücktritt angeboten haben. Der Auftritt im Theater der Träume könnte für den Coach also durchaus zum (finalen) Albtrauem werden.

Sein Kollege auf der englischen Bank, Steve McClaren, war im Herbst ebenfalls daran, den Kredit zu verspielen, den er als Nachfolger des ungeliebten Schweden Sven-Göran Eriksson besass. Nur sieben Punkte holte England in vier EM-Qualifikationsspielen. Immerhin hat sich nun Captain Steven Gerrard schützend vor den Coach gestellt. «Gebt unserem Coach eine Chance. Wir brauchen ein bisschen Zeit, um uns einzuspielen», sagte der Mittelfeldspieler des FC Liverpool.

Trezeguets' besonderes Spiel

Ein wenig relaxer können Frankreich und Argentinien ihrem Vergleich entgegenblicken. Zwar ist auch der neue Trainer der Südamerikaner, Alfio Basile, mit Negativerlebnissen zur neuen Aufgabe gestartet. Aber da die Argentinier in keiner Qualifikationsphase stehen, waren die Kritiken nicht nachhaltig.

Im Vorfeld der Partie in Paris wurden daher nicht die Trainer in den medialen Fokus gerückt, sondern Frankreichs Stürmer David Trezeguet. Zum einen hält sich der Penalty-Fehlschütze des WM- Finals als Serie-B-Märtyrer von Juventus Turin im Gespräch, weil er seit Wochen Gerüchte um eine Rückkehr nach Frankreich nährt. Zum andern steht der Stürmer der «Equipe tricolore» vor seinem ersten Duell mit seiner eigentlichen Heimat.

Trezeguet wurde zwar 1977 in Frankreich geboren, ging aber schon als Einjähriger mit seinem argentinischen Vater zurück nach Südamerika, ehe er 1995 im Alter von 18 Jahren als Profi nach Frankreich zurückkehrte. «Meine ersten fussballerischen Erinnerungen gehen zurück an die WM 1986, als Argentinien mit Maradona Weltmeister wurde. Damals wollte ich auch dereinst das argentinische Trikot tragen. Aber jetzt bin ich auch stolz und sehr zufrieden über meine Wahl, für Frankreich zu spielen.»

(si)

Testspiele

Am Dienstag:

19.00 Litauen - Mali in La Corneuve/Fr

20.45 Dänemark - Australien in London

20.45 Ghana - Nigeria in London

20.45 Nordirland - Wales in Belfast

21.00 Brasilien - Portugal in London

21.00 Griechenland - Südkorea in London

Am Mittwoch:

20.00 DEUTSCHLAND - SCHWEIZ IN DÜSSELDORF

16.00 Albanien - Mazedonien in Shkodër

17.00 Togo - Kamerun in Lomé

17.30 Israel - Ukraine in Ramat Gan

18.00 Georgien - Türkei in Tiflis

19.00 Luxemburg - Gambia in Hesperange

19.00 Ägypten - Schweden in Kairo

19.15 Malta - Österreich in Ta' Qali

20.15 Kroatien - Norwegen in Rijeka

20.15 Slowenien - Estland in Domzale

20.30 Andorra - Armenien in Andorra La Vella

20.30 Holland - Russland in Amsterdam

20.30 Polen - Slowakei in Jerez/Sp

20.45 Belgien - Tschechien in Brüssel

20.50 Italien - Rumänien in Siena

21.00 England - Spanien in Manchester

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