Strategiewechsel: Coca-Cola lockt neue Kunden mit Miniflaschen
Aktualisiert

StrategiewechselCoca-Cola lockt neue Kunden mit Miniflaschen

Konsumenten achten auf ihre Linie. Das drückt auf die Absätze der Softdrink-Hersteller. Coca-Cola Schweiz versucht mit einem Trick, wieder mehr Leute für das Produkt zu begeistern.

von
Laura Frommberg

Nur ein Softdrink am Tag soll ausreichen, um das relative Diabetesrisiko um einen Fünftel zu erhöhen. Das haben Forscher des Imperial College in London in einer europaweiten Studie herausgefunden. Und das scheint in den Köpfen der Konsumenten angekommen zu sein - zum Leidwesen des Grosskonzerns Coca-Cola. Sowohl in Europa als auch in den USA ging der Softdrink-Konsum zurück, im vergangenen Jahr verfehlte der Konzern seine Wachstumsziele.

Um den Konsumenten die braune Limonade wieder schmackhaft zu machen, hat man bei Coca-Cola immer wieder auf Tricks gesetzt, die auch psychologischer Natur sind. Beliebt dabei: die Verkaufsmenge pro Portion zu verringern.

Geringere Hemmschwelle?

In der Schweiz hat der Konzern so etwas still und heimlich lanciert. In ausgewählten Läden kann man seit einigen Monaten neben den üblichen Fünf-Deziliter-PET-Flaschen auch eine Miniversion kaufen, die nur 2,5-Dezi fasst. Coca-Cola bestätigt die neue Strategie. «Durch die Erweiterung des Portionenangebots haben die Schweizer Konsumenten eine weitere Möglichkeit, das für sie individuell richtige Angebot zu wählen», sagt Sprecher Matthias Schneider zu 20 Minuten.

Will heissen: Bei Coca-Cola hofft man, dass durch die neue, kleinere Flaschengrösse die Hemmschwelle der Kunden sinkt, das zuckerhaltige Getränk zu kaufen. Es sei zwar immer noch «eines mit Kalorien, aber in kleinerer Portion», so Schneider.

Höhere Margen

Die Vergangenheit hat den Konzern gelehrt, dass das funktionieren kann. Es ist nicht das erste Mal, dass Coca Cola eine solche Strategie fährt. In Amerika etwa wurde im Jahr 2009 mit Erfolg eine kleinere Cola-Dose lanciert, die rund 220 Milliliter und damit knapp unter 100 Kalorien enthält. Das Projekt sei erfolgreich gewesen, so Coca-Cola laut dem US-Magazin «Forbes».

Genaue Zahlen nennt Coca Cola Schweiz zwar nicht, aber mit kleineren Verpackungen kann man nicht nur neue Kunden fangen: Auch die Margen sind höher. Bei Coca-Cola will man die individuelle Preispolitik zwar nicht kommentieren. Die Hälfte der Menge kostet aber zumindest im Endverkauf deutlich mehr als die Hälfte des Preises: Während die Fünf-Dezi-Flasche beim K-Kiosk im Zürcher Hauptbahnhof Fr. 3.50 kostet, muss man für die 2,5-Dezi-Flasche immer noch Fr. 2.25 zahlen.

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