Fast ohne Plastik: Coca Cola tüftelt an der Flasche aus Papier

Publiziert

Fast ohne PlastikCoca Cola tüftelt an der Flasche aus Papier

Der Softdrink-Hersteller bringt in einem Versuch schon bald seine ersten Papierflaschen auf den Markt. Damit will sich die Firma ein grüneres Image geben.

von
Fabian Pöschl

Coca Cola stellt den Prototypen einer Papierflasche vor.

Coca Cola

Darum gehts

  • Coca Cola will nicht mehr der grösste Umweltsünder sein.

  • Die Firma testet eine Flasche aus Papier.

  • Die Flasche widersteht nicht nur Flüssigkeit, sondern auch den Gasen in kohlensäurehaltigen Getränken.

Coca Cola testet ein spezielles Verpackungsmaterial im europäischen Markt. Die Firma will kommenden Sommer 2000 Flaschen in Ungarn auf den Markt bringen, die fast komplett aus Papier bestehen (siehe Video oben). Nur ein Kunststoffdeckel und die Auskleidung der Flasche sind noch aus PET. Später soll auch dieses Plastik wegfallen.

Der Prototyp widersteht nicht nur Flüssigkeit, sondern auch den Gasen in kohlensäurehaltigen Getränken, wie die Getränkefirma mitteilt. In dem Versuch füllt Coca Cola die Papierflaschen mit dem Mandel- und Hafer-Drink Adez. Bei erfolgreichem Test sei es aber wahrscheinlich, dass die Papierverpackung auch bei den anderen Cola-Getränken zum Einsatz kommt.

Erstmals informierte Coca Cola vergangenen Oktober über den Papierflaschen-Prototyp. Der nun angekündigte Test ist Teil von Coca Colas Ziel, bis 2030 abfallneutral sein zu wollen. Die Firma steht immer wieder in der Kritik bei Umweltschützern (siehe Box). Doch auch andere Hersteller wie die Brauerei Carlsberg oder der Wodka-Brenner Absolut tüfteln laut der britischen «Daily Mail» an der Papierflasche.

Coca Cola ist der grösste Umweltverschmutzer

Greenpeace hat vergangenes Jahr Abfall im Freien in 55 verschiedenen Ländern eingesammelt. Dabei prüfte die Organisation, von welchen Herstellern der Müll stammt. Zu den weltweit grössten Verschmutzern gehören Coca Cola, Pepsi und Nestlé, gefolgt von Knorr-Mutterkonzern Unilever und Toblerone-Hersteller Mondelez. Laut Greenpeace produzierte Coca Cola 2019 fast 3’000’000 Tonnen Plastikverpackungen. Bei Pepsi waren es 2’300’000 Tonnen, bei Nestlé 1’500’000 Tonnen. «Diese Firmen haben die grösste Verantwortung», sagt Zero-Waste-Experte Matthias Wüthrich von Greenpeace zu 20 Minuten. Schliesslich setzten sie die Verpackungen in Umlauf, ohne für die Folgeschäden aufkommen zu müssen.

Deine Meinung

50 Kommentare