Aktualisiert 17.03.2020 11:34

Corona-Lockdown

Coiffeur, Garage, Bank, Joggen – was geht noch?

Der Bundesrat hat am Montagnachmittag die ausserordentliche Lage ausgerufen. Doch was heisst das genau und was ist jetzt noch erlaubt?

von
juu
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Am Dienstagmorgen ist der Zürcher Hauptbahnhof menschenleer.

Am Dienstagmorgen ist der Zürcher Hauptbahnhof menschenleer.

Leser-Reporter
Ähnlich sieht es auch am Flughafen in Kloten aus. Viele Menschen sind verunsichert und fragen sich, was man denn jetzt überhaupt noch darf und was nicht.

Ähnlich sieht es auch am Flughafen in Kloten aus. Viele Menschen sind verunsichert und fragen sich, was man denn jetzt überhaupt noch darf und was nicht.

Leser-Reporter
Der Bundesrat hat am Montag den Notstand erklärt.

Der Bundesrat hat am Montag den Notstand erklärt.

Keystone/Alessandro Della Valle

Im Kampf gegen das Coronavirus hat der Bundesrat am Montag die Schraube nochmals angezogen und die Situation in der Schweiz als ausserordentliche Lage eingestuft. Seit Mitternacht steht das öffentliche Leben in der gesamten Schweiz fast still. Bars, Restaurants, Kinos, Schwimmbäder, Läden (ausser Supermärkte und Apotheken) und andere bleiben vorerst bis zum 19. April geschlossen. Doch was ist, wenn man nun auf die Bank oder zum Arzt muss? 20 Minuten beantwortet die wichtigsten Fragen:

1. Was mache ich jetzt, wenn ich joggen will?

Der Bundesrat hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, alle unnötigen Kontakte zu vermeiden, Abstand zu halten und die Hygienemassnahmen zu befolgen. Es wurde aber keine Ausgangssperre verhängt. Spaziergänge oder auch Joggen sind somit nach aktuellem Stand nicht verboten. Der Bundesrat appelliert allerdings an die ältere Bevölkerung, wenn möglich zu Hause zu bleiben.

2. Was mache ich jetzt, wenn ich zur Bank muss?

Banken und Poststellen sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Sie werden also weiterhin geöffnet sein. Man kann also weiter wie gewohnt zur Bank oder Post gehen.

3. Was mache ich jetzt, wenn ich zum Coiffeur muss?

Da gemäss Bundesrat in Coiffeurgeschäften der Abstand zwischen Kunde und Coiffeur nicht eingehalten werden kann, wurden alle Geschäfte vorerst bis zum 17. April geschlossen. Ähnlich sieht es auch bei den Kosmetikstudios aus. Wenn man sich also eine neue Frisur oder neue Nägel wünscht, muss man sich wohl oder übel gedulden. Wer es sich zutraut oder nicht allzu eitel ist, kann natürlich auch selbst Hand anlegen.

4. Was mache ich jetzt, wenn ich zur Zahnreinigung muss?

Die Vereinigung Kantonszahnärztinnen und Kantonszahnärzte Schweiz (VKZS) gab am 15. März 2020 in einer Weisung bekannt, dass man sich nur noch um zwingend notwendige Behandlungen kümmert. Darunter fallen beispielsweise Schmerzbehandlungen und Unfälle. Nicht zwingende Behandlungen und Wahlbehandlungen müssen bis auf Weiteres ausgesetzt werden. Darunter fällt auch die Zahnreinigung. Somit sollte man den Termin auf einen späteren Zeitpunkt verlegen.

5. Was mache ich jetzt, wenn ich einkaufen muss?

Der Bundesrat betonte in der Pressekonferenz, dass Lebensmittelläden und Apotheken von der Schliessung der Geschäfte nicht betroffen sind. Die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Waren des täglichen Gebrauchs ist sichergestellt, es sind genügend Vorräte angelegt. Daher solle man auch von Hamsterkäufen absehen. Zudem ist auch möglich, dass eine Maximalanzahl von Kunden in Supermärkten definiert wird, um die Kunden besser über den Tag zu verteilen.

6. Was mache ich jetzt, wenn ich keine Lust zum Kochen habe?

Seit Mitternacht sind alle Restaurants in der gesamten Schweiz geschlossen. Auswärts essen gehen ist also nicht mehr möglich. Doch wer zu faul zum Kochen ist, hat auch noch eine andere Option: den Lieferservice. Laut dem Bundesrat können Lieferdienste von Mahlzeiten, Take-aways und Betriebskantinen weiterhin geöffnet bleiben. So stellt etwa McDonald's auf Take-away-Betrieb um.

7. Was mache ich jetzt, wenn mein Auto kaputt geht?

Autogaragen sind von der neuen Weisung nicht betroffen. Werkstätten für Transportmittel können also geöffnet bleiben und weiterhin genutzt werden.

8. Was mache ich jetzt, wenn ich weder ein Auto noch ein Velo habe?

Die SBB gab am Montag bekannt, dass der öffentliche Verkehr stark eingeschränkt wird. Der Bund appellierte bereits letzte Woche an die Bevölkerung, dass sie vom Pendeln während der Stosszeiten absehen soll. Viele Firmen wurden daraufhin ins Homeoffice verlegt. In anderen Berufen, in denen die Arbeit von zu Hause nicht möglich ist, sind die Arbeitnehmer teils auf den ÖV angewiesen. Ein Verbot, den Bus, die Bahn oder das Tram zu nutzen, gibt es derzeit nicht. Lediglich besonders gefährdete Personen, also Menschen über 65 oder mit Vorerkrankungen wie Asthma, Leukämie oder Herzproblemen, sind dazu aufgefordert, im Homeoffice zu arbeiten. Ist dies in ihrem Job nicht möglich, werden sie vom Arbeitgeber beurlaubt. Ihren Lohn erhalten sie weiterhin.

9. Was mache ich jetzt, wenn ich verreisen will?

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) rät, auf nicht dringende Auslandsreisen zu verzichten. Immer mehr Länder beschliessen Grenzschliessungen oder stellen stellen gar Regionen unter Quarantäne. Ein- und Ausreisen ist dort – wenn überhaupt – nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Laut dem BAG kann man nicht abschätzen, wie lange diese Einschränkungen und Vorschriften gelten. Es wird deshalb empfohlen, sich vor einer Reise über die aktuell gültigen Reise-Einschränkungen bei der Botschaft oder dem Konsulat des Ziellandes, zu informieren.

10. Was mache ich jetzt, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt?

Da der Bundesrat keine Ausgangssperre verhängt hat, ist auch ein Treffen mit der besten Freundin oder dem besten Freund kein Problem. Wichtig ist nur, dass man sich auch dort an die grundlegenden Hygienemassnahmen hält. Wenn man aber ganz auf Nummer sicher gehen will, kann man auch nur zum Telefon greifen.

11. Was mache ich jetzt, wenn mein Kind zum Spielen mit seinen Freunden raus will?

Bisher sind Treffen, die in kleineren Gruppen (bis zirka 5 Kinder) stattfinden, erlaubt. Die Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und Social distancing (Abstand halten) sollen aber auch hier soweit als möglich eingehalten werden.

12. Was mache ich jetzt, wenn ich einen Physiotermin habe?

Laut dem Bund sind Dienstleistungen (auch mit Körperkontakt) von Gesundheitsfachpersonen erlaubt. Darunter fallen etwa Physiotherapie und Osteopathie.

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