Gesamtarbeitsvertrag: Coiffeusen fordern einen 13. Monatslohn
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GesamtarbeitsvertragCoiffeusen fordern einen 13. Monatslohn

Die Schweizer Coiffeusen fordern mehr Lohn und einen längeren Mutterschaftsurlaub. Der Gesamtarbeitsvertrag wird bald neu verhandelt.

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dv
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Schweizer Coiffeusen fordern  für gelernte Arbeitnehmende einen Mindestlohn von 4000 Franken.

Schweizer Coiffeusen fordern für gelernte Arbeitnehmende einen Mindestlohn von 4000 Franken.

Keystone/Peter Klaunzer
Zudem fordern über 90 Prozent der befragten Coiffeusen, dass die Branche den 13. Monatslohn einführt.

Zudem fordern über 90 Prozent der befragten Coiffeusen, dass die Branche den 13. Monatslohn einführt.

Unia
Ein weiteres Anliegen der mehrheitlich weiblichen Angestellten: Sie wünschen sich eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs.

Ein weiteres Anliegen der mehrheitlich weiblichen Angestellten: Sie wünschen sich eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs.

Keystone/Peter Klaunzer

Derzeit stehen die Verhandlungen der Gesamtarbeitsverträge (GAV) an. Unter anderem wird der GAV für das schweizerische Coiffeurgewerbe neu ausgehandelt. Die Gewerkschaft Unia hat nun in einer Umfrage in der Branche in Erfahrung gebracht, welche Punkte verbessert werden müssten.

Rund 94 Prozent der insgesamt 600 befragten Personen wünschen sich laut der Studie, dass die Branche den 13. Monatslohn einführt. «Dieses Ergebnis überrascht nicht, ist doch der GAV Coiffeurgewerbe einer der wenigen nationalen Verträge, der keinen 13. Monatslohn festlegt», sagt Leena Schmitter, Sprecherin der Unia, zu 20 Minuten. Hinzu komme, dass die Branchenmindestlöhne im Vergleich zu anderen Branchen sehr tief seien.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Branche einen 13. Monatslohn verlangt: Bereits bei der letzten GAV-Erneuerung im Jahr 2013 lag diese Forderung auf dem Tisch. Doch die Arbeitgeber hatten sich damals erfolgreich dagegen gewehrt. Sie hielten das Anliegen für überflüssig.

Mindestlohn soll steigen

Anders sehen das die Angestellten selbst, wie die Unia-Umfrage nun erneut zeigt. Die Coiffeusen fordern zudem einen Mindestlohn von 4000 Franken für gelernte Arbeitnehmende sowie eine 41-Stunden-Woche. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 3800 Franken. Weiter fordern die mehrheitlich weiblichen Beschäftigten der Branche, dass der Mutterschaftsurlaub im Gesamtarbeitsvertrag von 14 auf 16 Wochen verlängert wird.

Ein GAV ist ein Vertrag zwischen Gewerkschaften auf der einen Seite und Arbeitgeberverbänden oder einem Arbeitgeber auf der anderen. Er regelt die Arbeitsbedingungen sowie das Verhältnis zwischen den GAV-Parteien. Die Vertragsparteien, die zusammen einen Gesamtarbeitsvertrag abschliessen, werden Sozialpartner genannt.

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