Cola-Verbot an Basler Schulen

Aktualisiert

Cola-Verbot an Basler Schulen

An den Basler Schulhäusern wird man in zwei Jahren keine Süssgetränke mehr kaufen können. Der Entscheid könnte bald auch in anderen Kantonen Schule machen.

In Basler Schulen sucht man in Zukunft vergeblich nach Coca-Cola, Fanta oder Eistee. Das Basler Erziehungsdepartement will in den nächsten zwei Jahren das Angebot von Süssgetränken in den Getränkeautomaten durch ein «attraktives, ungesüsstes Lifestyle-Getränk» ersetzen, wie Hans Georg Signer, Leiter Ressort Schulen im Erziehungsdepartement, auf Anfrage erklärt.

Die Massnahme ist eine Reaktion auf die Fettleibigkeit, die verschiedentlich bereits als die Krankheit des 21. Jahrhunderts betrachtet wird. Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist bereits jedes fünfte Kind in der Schweiz übergewichtig. Insgesamt bringen laut BAG 2.2 Millionen Schweizerinnen und Schweizer zu viele Kilos auf die Waage.

Zahlen, die dem Basler Erziehungsdepartement bereits in der Vergangenheit auf den Magen geschlagen haben. Im Kindergarten wurde deshalb das Projekt «Purzelbaum» lanciert, und in den Schulpausen setzt man mit der «Znüni-Box» auf ein «gesundes Znüni». Für Signer ist deshalb nur klar: «Der Kanton wäre unglaubwürdig, wenn er diese Projekte führt, gleichzeitig aber Süssgetränke in den Schulen anbietet.»

Andere Kantone sind am Diskutieren

Basel ist damit der erste Kanton, der im Kampf gegen Süssgetränke im Schulhaus ernst macht. In Luzern überwies das Parlament letzte Woche ein Postulat, das ein Verbot von Süssgetränken in Schulen fordert. Im Kanton Zürich ist man daran, ein Massnahmenpaket zu erarbeiten. Neben dem Verbot von Colan & Co stehen weitere Massnahmen wie gesunde Pausenkioske zur Diskussion. Die Kantone Bern und Aargau stehen der Diskussion eher skeptisch gegenüber. Dort setzt man lieber auf Eigenverantwortung. Auch, weil man befürchtet, dass die Jugendlichen ihre Süssgetränke dann einfach mitnehmen werden.

Ein Problem, das man auch in Basel nicht verhindern kann. Signer sagt: «Es geht bei der Massnahme nicht um einen Kulturkampf, sondern um die Glaubwürdigkeit des Kantons.»

Marius Egger

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