Heimrennen in Davos: Cologna präsentiert sich in guter WM-Form
Aktualisiert

Heimrennen in DavosCologna präsentiert sich in guter WM-Form

Dario Cologna glückte die WM-Hauptprobe beim Weltcup in Davos vollauf. Der Bündner läuft auch über 15 km Skating auf den zweiten Rang. Johan Olsson feierte seinen ersten Saisonsieg.

Einen Tag nach seinem hervorragenden 2. Platz im Klassisch-Sprint überzeugte Cologna in seinem Wohnort Davos auch im Distanzrennen vom Sonntag. Der 26-Jährige teilte seine Kräfte hervorragend ein und setzte am Ende noch zu, nachdem er bei der letzten Zwischenzeit noch Fünfter gewesen war. Olsson nahm Cologna vor den Augen von König Carl Gustaf im Ziel 11,8 Sekunden ab und feierte in Davos seinen zweiten Sieg nach 2008. Dritter wurde der Tour-de-Ski-Sieger Alexander Legkow (Russ), Colognas erster Verfolger im Weltcup mit 139 Punkten Rückstand.

Nach dem erfolgreichen Wochenende, bei dem Cologna definitiv die Bestätigung erhielt, dass er zu den Weltmeisterschaften im Val di Fiemme die Topform erreicht, schraubte er erstmals öffentlich seine Ambitionen auf das höchstmögliche Niveau. «Ich will um Gold kämpfen, das ist mein Ziel», sagte der Wahl-Davoser. «Bis jetzt habe ich alles richtig gemacht», fügte er hinzu. «Aber die Garantie, dass am Tag X alles aufgeht, habe ich nicht. Auch das Material und die Tagesform muss passen.» 2009 in Liberec und 2011 in Oslo war er als Weltcupführender mit leeren Händen von den Titelkämpfen abgereist, nun präsentiert sich die Ausgangslage erneut hervorragend, um eine der letzten Lücken in seinem Palmarès zu schliessen.

Erster WM-Einsatz am Samstag

Cologna bestreitet seinen ersten WM-Einsatz am Samstag im Skiathlon. Den Klassisch-Sprint am kommenden Donnerstag lässt er definitiv aus. «An den Weltmeisterschaften zählen nur die Medaillen. Meine Chancen sind in den Distanzrennen trotz des Podests von Davos grösser. Zudem erhalte ich so noch einige Ruhetage», begründete er den Entscheid. Cologna reist am Mittwoch nach Italien. Bereits am Sonntag dislozierten die Schweizer Sprinter ins Südtirol, um ihren Einsatz optimal vorzubereiten. Die Reise traten Laurien van der Graaff, Bettina Gruber, Jovian Hediger, Valerio Leccardi, Ueli Schnider und Gianluca Cologna an. Ob Dario Cologna auch den Teamsprint vom Sonntag bestreitet, hängt primär von der Leistung von Curdin Perl am WM-Skiathlon ab. Danach folgen die 15 km (Dienstag), die Staffel (Freitag) und der Fünfziger (Schlusstag).

Petter Northug, der auf das Sprintrennen vom Samstag verzichtet hatte, musste bei seiner Titelverteidigung in Davos mit Platz 14 vorlieb nehmen. Der Norweger büsste 48 Sekunden auf Olsson ein. Toni Livers klassierte sich als zweiter Schweizer neben Cologna in den Punkterängen und wurde Siebzehnter. Damit hievte er sich ins WM-Kader, dessen Nomination Swiss-Ski am Montag publik macht.

Im Rennen der Frauen über 10 km distanzierte die Norwegerin Therese Johaug die Polin Justyna Kowalczyk, die am Samstag im Klassisch-Sprint klar die Oberhand behalten hatte, um 8,9 Sekunden auf Platz 2. Für Johaug war es der vierte Weltcupsieg ihrer Karriere. Dritte wurde ihre Landsfrau Kristin Störmer Steira. Marit Björgen liess sich kurzfristig von der Startliste streichen.

Gasparin im WM-Team

Aus Schweizer Sicht sorgte Selina Gasparin für das Highlight. Die 28-jährige Engadinerin, die am Samstag aus Nove Mesto (Tsch) von den Biathlon-Weltmeisterschaften wegen der verpassten Qualifikation für den Massenstart angereist war, klassierte sich im starken 21. Rang. Dieses Resultat öffnet der Engadinerin sogar das Tor für die nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Ausschlaggebend wird die Frage sein, ob sich der WM-Einsatz mit ihrer Trainingsplanung und dem Weltcup in Oslo am ersten März-Wochenende verträgt. Vom Termin her wäre ein WM-Rennen bei den Spezialistinnen machbar. Das 10-km-Rennen in Cavalese steht am Dienstag im Programm, der Weltcup-Einsatz am Holmenkollen wird am Freitag ausgetragen.

«Ich erfüllte mir einen Kindheitstraum», sagte Gasparin. 2004 hatte sie vom Langlauf zum Biathlon gewechselt. Danach schielte sie stets auf den Weltcup-Kalender im Langlauf, doch nie tat sich eine Lücke auf. Nun kam sie ausgerechnet beim Heimrennen zur Premiere. In Davos traf sie auch ihren Freund Ilja Tschernussow (Russ), der oft in der Schweiz trainiert und mit dem sie seit längerem liiert ist.

Davos. Langlauf-Weltcup. Männer. 15 km Skating:

1. Johan Olsson (Sd) 34:47,5.

2. Dario Cologna (Sz) 11,8 Sekunden zurück.

3. Alexander Legkow (Russ) 13,9.

4. Axel Teichmann (De) 15,1.

5. Matti Heikkinen (Fi) 17,8.

6. Maurice Manificat (Fr) 21,1.

Ferner:

14. Petter Northug (No).

17. Toni Livers (Sz). (si)

Deine Meinung