Langlauf in Davos: Cologna sprintet aufs Podest
Aktualisiert

Langlauf in DavosCologna sprintet aufs Podest

Dario Cologna hat beim Heimrennen in Davos nach dem 4. Platz über 15 Kilometer im Sprint das Podium erreicht. Der Schweizer ist damit auch Gesamtweltcup-Leader.

von
fox
Dario Cologna beschert Davos einen Schweizer Podestplatz.

Dario Cologna beschert Davos einen Schweizer Podestplatz.

Am Samstag war Dario Cologna im Langlauf-Weltcup in Davos um einen Wimpernschlag am Podest vorbeigelaufen. Gestern Sonntag holte der Bündner das Versäumte im Skating-Sprint nach. Cologna belegte hinter Emil Jönsson (Sd) und Alexej Petuchow (Russ) den 3. Platz und setzte damit sein grosses Vorhaben in die Tat um.

Er sei selber etwas überrascht, meinte Cologna nach der Siegerehrung. Der 15-km-Olympiasieger bekannte aber auch, dass resultatmässig noch mehr hätte möglich sein müssen. Als eingangs der zweiten Runde Petuchow das Tempo steigerte, reagierte Cologna sofort. Aber er passierte den Russen nicht, als dieser ermüdete. Dies ermöglichte Jönsson in der Rechtskurve zur Rückkehr ins Skistadion einen Innenvorstoss. Der Schwede setzte sich an die Spitze, und damit war das Schlussergebnis schon gegeben. «Jönssons Vorstoss war etwas gewagt. Aber eine gewisse Portion Frechheit zeichnet halt die guten Sprinter aus», merkte Cologna zum Sieger an.

Qualifikation nicht ganz überragend

Mit der Qualifikation war Cologna nicht ganz glücklich geworden, weil er sich mit seiner Zeit nicht unter den besten Athleten einreihen konnte. In seinem Viertelfinal liess der Bündner nur Jesper Modin (Sd) den Vortritt. Im Halbfinal stand dem Olympiasieger dann aber das Glück bei. Nach seinem 4. Platz stiess Cologna nur dank der «Lucky-Loser»-Regelung in den Final vor. Der Halbfinal mit dem einzigen Schweizer, der so weit vorstiess, war um fünf Sekunden schneller gelaufen worden als die andere Serie.

Mit seinem 3. Rang von Davos egalisierte Cologna seine Sprint- Bestleistung im Weltcup. Beim Aufgalopp zu den Olympischen Winterspielen in Vancouver hatte er in Canmore (Ka) das gleiche Ergebnis erreicht. Im Landwassertal war der Bündner vor zwei Jahren im Sprint Vierter geworden. Damals hatte Cologna die Weltcup-Führung übernommen und dann drei Monate später den Gesamt-Triumph gefeiert. Diesmal übernahm Cologna von Alexander Legkow die gelbe Startnummer. Der Russe hatte auf die Teilnahme am Sprint verzichtet, weil er am kommenden Wochenende in La Clusaz (Fr) über 30 km brillieren will. Cologna wird ihm ein gleichwertiger Gegner sein: «Mir behagen solche Massenstartrennen.»

Cologna der überragende Schweizer

Cologna war an diesem Wochenende beim Heim-Weltcup der überragende Schweizer Athlet. Im Sprint schien sich mit Jöri Kindschi ein neues Gesicht in den Vordergrund zu schieben. Als Zehnter der Qualifikation gelang Kindschi das mit Abstand beste Ergebnis seiner Karriere. In seinem Viertelfinal wollte der Davoser allerdings zuviel. Er stürzte schon 80 m nach dem Start, weil ihm ein Stock zwischen die Beine geriet. Kindschi: «Das sollte mir eigentlich nicht passieren. Ich bin enttäuscht, weil ich den Vorstoss in die Halbfinals als realistisch erachtete. Meine Zeit in der Qualifikation, so knapp hinter den stärksten Gegnern, gibt mir aber grosse Motivation für die Zukunft.»

«Neben Cologna gibt es auch andere Schweizer, die es auf das Podest schaffen können. Ich bin mit der Bilanz zufrieden», hielt der Disziplin-Trainer Tor Arne Hetland fest. Seine übrigen Athleten schieden allesamt in der Qualifikation aus, für die wie schon für den 15-km-Lauf vom Samstag anzumerken gilt, dass die Zeitdifferenzen sehr eng ausfielen.

Bei den Frauen kam Marit Björgen im Sprint zu ihrem zweiten Triumph in Davos innert 24 Stunden. Die Norwegerin läuft in einer eigenen Kategorie und dominierte die Gegnerinnen beinahe nach Belieben. Die Schweizerinnen erhielten zumindest guten Anschauungsunterricht. Keine von ihnen stiess in die Direktbegegnungen vor.

Davos. Langlauf-Weltcup. Männer. Sprint (freie Technik):

1. Emil Jönsson (Sd).

2. Alexej Petuchow (Russ).

3. Cologna.

4. Fulvio Scola (It). 5. Nikolai Morilow (Russ). 6. Federico Pellegrino (It). 7. Marcus Hellner (Sd). 8. Ola Vigen Hattestad (No). 9. Jesper Modin (Sd). 10. Renato Pasini (It).

Ferner: 21. Jöri Kindschi (Sz). 28. Northug.

Die weiteren Schweizer (nicht qualifiziert): 35. Valerio Leccardi. 39. Martin Jäger. 41. Christoph Eigenmann. 43. Eligius Tambornino. 50. Philipp Furrer. 67. Jovian Hediger. 75. Mauro Gruber. 79. Roman Furger. 80. Fischer und Gaudenz Flury. 88. Gianluca Cologna. 91. Livers.

95 klassiert.

Weltcup (8/31): 1. Cologna 421. 2. Legkow 398. 3. Hellner 301. 4. Jönsson 286. 5. Daniel Rickardsson (Sd) 257. 6. Wilegschanin 210. Die weiteren Schweizer: 42. Livers 36. 44. Eigenmann 32. 48. Fischer 28. 65. Perl 18. 68. Kindschi 17.

106 klassiert.

Frauen. Sprint (freie Technik):

1. Björgen.

2. Arianna Follis (It).

3. Kikkan Randall (USA).

4. Majdic. 5. Astrid Jacobsen (No). 6. Kowalczyk. 7. Pirjo Muranen (Fi). 8. Nicele Fessel (De). 9. Maiken Falla (No). 10. Riikka Sarasoja (Fi).

Die Schweizerinnen (nicht qualifiziert): 42. Boner. 44. Mischol. 58. Trachsel. 62. Laurien van der Graaf. 65. Karin Camenisch. 69. Badilatti. 70. Rahel Imoberdorf. 71. Annina Strupler. 72. Lucy Pichard und Barbara Jäger.

75 klassiert. Nicht gestartet: Silvana Bucher (Sz, erkrankt).

Weltcup (8/31): 1. Björgen 640. 2. Kowalczyk 429. 3. Follis 364. 4. Charlotte Kalla (Sd) 311. 5. Fessel 282. 6. Majdic 255. Ferner: 10. Majdic 205. 52. Bucher 26. 69. Van der Graaf 2.

71 klassiert. (fox/si)

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