Der ultimative Vergleich: Cologna und sein grosser Widersacher
Aktualisiert

Der ultimative VergleichCologna und sein grosser Widersacher

Dario Cologna hat Petter Northug derzeit sportlich klar im Griff. Im persönlichen Datenvergleich der Langlauf-Dominatoren hat der Schweizer aber einige Defizite.

von
Herbie Egli

Der beste Langläufer der Welt heisst momentan Dario Cologna: Der zweifache Schweizer Gesamtweltcupsieger fährt an der Tour de Ski seinem ärgsten Rivalen, dem Norweger Petter Northug, immer weiter davon. Allein bei seinem Sieg auf der Königsetappe am Donnerstag von Cortina d'Ampezzo über 32 km nach Toblach holte der 25-jährige Bündner mehr als eine Minute Vorsprung auf den Norweger heraus. Im Gesamtklassement führt Cologna vor den letzten beiden Rennen am Samstag und Sonntag mit 1:20 Minuten auf Northug.

Cologna steuert an der Tour de Ski seinem dritten Gesamtsieg entgegen. 2008/09 und letzten Winter konnte er das prestigeträchtige Etappenrennen schon für sich entscheiden. Northug würde sich gerne auch einmal in die Siegerliste einreihen. Bisher musste sich der 25-jährige Norweger aber mit drei zweiten Plätzen begnügen.

Colognas Steigerung im Sprint

Vielleicht ist es etwas unpassend, Cologna als eine Schweizer Maschine auf zwei Latten zu bezeichnen. Der Olympiasieger über 15 km Freistil von 2010 zählt mittlerweile aber in allen Rennen zu den Sieganwärtern. Während Cologna in den letzten Jahren vor allem auf längeren Distanzen zu den Schnellsten gehörte, hat er im Sprint mächtig aufgeholt. Ja, er kann sogar gewinnen, was er mit seinem Weltcupsieg im slowenischen Rogla Mitte Dezember gezeigt hat. Allerdings hatte sein grosser Widersacher Northug auf den Start bei diesem Rennen verzichtet.

Im Gesamtduell hat Northug die Nase vorne

Während der Schweizer seinen norwegischen Rivalen aktuell sportlich im Griff hat, fährt er Northug in einem persönlichen Datenvergleich von 20 Minuten Online aber hinterher. Der Norweger hat bisher mehr Weltcupsiege und vor allem mehr Weltmeistertitel gefeiert (siehe Bildstrecke oben). Auch durfte sich Northug schon doppelt so viele Olympia-Goldmedaillen umhängen lassen wie Cologna: nämlich deren zwei. Umgekehrt ist dafür die Bilanz im Gesamtweltcup: Der Schweizer hat hier zwei Gesamtsiege auf dem Konto, der Norweger erst einen. Der «Schandfleck» in Northugs Palmarès ist allerdings - wie eingangs erwähnt - die Tour de Ski: Während Cologna am Sonntag auf der Alpe Cermis wohl seinen dritten Gesamtsieg feiern kann, scheint der Norweger auch in der sechsten Ausgabe des prestigeträchtigen Etappenrennens das Nachsehen zu haben.

Kein Millionenunternehmen mehr

Gewinnt Cologna die Tour de Ski tatsächlich, kann er sich über einen Siegercheck von rund 100 000 Franken freuen - die Etappen im roten Leadertrikot und einzelnen Siege nicht miteinberechnet. Letztes Jahr betrug die Prämie für den Gesamtsieger noch 131 000 Franken.

Auch wenn der Anlass durch die Erfolge von Dario Cologna in der Schweiz immer bekannter wird: Dieses Jahr ist das Mehrtagesrennen zum ersten Mal kein Millionenunternehmen mehr. Gesamthaft werden nur noch 720 000 Schweizer Franken an Preisgeldern ausgeschüttet. Bei den ersten fünf Austragungen lag die Zahl noch im siebenstelligen Bereich. Dies sei lediglich die Folge einer «Umverteilungsgeschichte in den Marketingrechten», wie FIS-Sprecherin Sandra Spitz auf Anfrage erklärte. Die neu zuständige FIS Marketing AG habe das Preisgeld für dieses Jahr in der besagten Höhe angesetzt. Bei den Sponsoren habe man aber keine Abgänge zu verzeichnen und das Interesse an der Tour de Ski sei ungebrochen hoch.

Mitarbeit: mon

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