Abserviert!: Coltorti will nur weg aus Santander
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Abserviert!Coltorti will nur weg aus Santander

Fabio Coltorti wird von Racing Santander eiskalt abserviert. Jetzt redet der ehemalige Nati-Goalie Klartext.

von
Sandro Compagno
Spielte in der aktuellen Saison noch kein einziges Mal in der Primera Division: Fabio Coltorti wird Racing Santander im Sommer verlassen. (Foto: Keystone)

Spielte in der aktuellen Saison noch kein einziges Mal in der Primera Division: Fabio Coltorti wird Racing Santander im Sommer verlassen. (Foto: Keystone)

Dass der Familienvater seinen Lohn mit neun (!) Monaten ­Verspätung erhält, nimmt er seinem Arbeitgeber nicht einmal übel: «Für spanische Verhältnisse ist das gar nicht so schlecht.» Richtig schlecht ist dafür die sportliche Situation des früheren Thun- und GC-Keepers: Sein Vertrag läuft im Sommer aus, dann wird er nach vier Jahren ablösefrei ­gehen. Und das bekommt der 1,97-m-Hüne täglich zu ­spüren.

Trainer Miguel Angel Portugal lässt den Goalie, der erst im Sommer 2010 von den Racing-Fans zum «Spieler des Jahres» gewählt worden war, seit Monaten links liegen. Zuletzt bot er ihn nicht einmal mehr auf. Im Training ist er als dritter Goalie gerade noch geduldet. «Der Trainer spricht seit Monaten kein Wort mit mir», sagt Coltorti und macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl: «Ich bin Profi und verstehe die Mechanismen. Aber auch in diesem Geschäft kann man Anstand und Respekt wahren!»

Er habe dem Klub nie Probleme bereitet, so Coltorti: «Man konnte immer auf mich zählen.» So auch in der vergangenen Saison, als er 23 Spiele in der Primera Division bestritt. Mit wichtigen Paraden half er, den Verein in der Liga zu halten und ganz nebenbei auch den Job von Trainer Portugal zu ­retten.

Doch Coltorti wäre nicht ­Coltorti, liesse er sich von der «uneleganten Art» seines Klubs unterkriegen. Stattdessen schaut er nach vorne: «Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.»

Im Sommer ist er frei und «offen für alles». Dass er als mittlerweile dritter Goalie eines spanischen Durchschnittsvereins nicht den ganz grossen Transfer machen wird, ist dem 8-fachen Schweizer Internationalen klar: «Ich möchte ganz einfach einen guten Klub mit Ambitionen finden. Einen Verein, der mir die Wertschätzung entgegenbringt, die ich verdiene.» Wo das sein wird, ist völlig offen: «Schottland, Holland, Belgien, Israel, Australien – egal. Ich bin bereit für ein neues Abenteuer.»

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