Enissa Amani eine Haftstrafe nach Klage von AfD-Politiker Andreas Winhart
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Nach Klage von AfD-PolitikerComedian Enissa Amani drohen 40 Tage Gefängnis

Nachdem ein AfD-Politiker in einer Rede gegen Geflüchtete hetzte, bezeichnete die Comedian ihn als «elenden Rassisten», der «weggesperrt gehört». Nun drohen ihr Konsequenzen.

von
Stephanie Vinzens
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2019 hat die Comedian Enissa Amani den AfD-Politiker Andreas Winhart als «Bastard» sowie «elenden Rassisten», der «weggesperrt gehört», bezeichnet. 

2019 hat die Comedian Enissa Amani den AfD-Politiker Andreas Winhart als «Bastard» sowie «elenden Rassisten», der «weggesperrt gehört», bezeichnet.

Instagram/enissa_amani
Nun könnte die 37-Jährige deswegen für 40 Tage ins Gefängnis wandern. 

Nun könnte die 37-Jährige deswegen für 40 Tage ins Gefängnis wandern.

Instagram/enissa_amani
Ursprünglich ist sie nach einer Anzeige von Winhart zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 2000 Franken verurteilt worden. Diese will die Moderatorin jedoch nur zahlen, wenn auch Winhart für seine Aussagen Konsequenzen tragen müsse. 

Ursprünglich ist sie nach einer Anzeige von Winhart zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 2000 Franken verurteilt worden. Diese will die Moderatorin jedoch nur zahlen, wenn auch Winhart für seine Aussagen Konsequenzen tragen müsse.

Instagram/enissa_amani

Darum gehts

  • 2019 wetterte Comedian Enissa Amani auf Instagram gegen den AfD-Politiker Andreas Winhart .

  • Der Landtagsabgeordnete hatte sich zuvor in einer Rede rassistisch geäussert.

  • Er klagte gegen Amani und gewann.

  • Nun drohen ihr 40 Tage im Gefängnis oder eine Geldstrafe von umgerechnet knapp 2000 Franken.

«Gegen mich ist ein Haftbefehl ausgestellt», teilte Enissa Amani Anfang Woche auf Twitter mit. Grund dafür ist eine juristische Auseinandersetzung, die nun seit zweieinhalb Jahren andauert. Der Comedian drohen 40 Tage Gefängnis, weil sie im März 2019 den AfD-Politiker Andreas Winhart (38) beleidigte, nachdem dieser sich in einer Wahlkampfveranstaltung rassistisch äusserte und gegen Geflüchtete hetzte.

So benutzte der Landtagsabgeordnete das N-Wort, behauptete, dass Menschen aus Afrika die Zahl an HIV-, Krätze- und TBC-Fällen in seinem Landkreis erhöhen würden und bezeichnete albanisches Pflegepersonal als potenzielle Diebinnen und Diebe. Amani wetterte daraufhin in einem Instagram-Video gegen Winhart und bezeichnete ihn als «Bastard» sowie «elenden Rassisten», der «weggesperrt gehört».

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Amani verweigert Geldstrafe aus Protest

Ursprünglich ist die 37-Jährige nach einer Anzeige von Winhart zu einer Geldstrafe von umgerechnet knapp 2000 Franken verurteilt worden. Aus Protest weigert sich die Deutsche mit iranischen Wurzeln jedoch, diese zu zahlen, weswegen ihr nun ein Freiheitsentzug droht. Ihr Protest richte sich laut eigener Aussage nicht gegen die Geldstrafe an sich, sondern die Tatsache, dass Winhart keine Konsequenzen für seine Aussagen tragen müsse.

Auf Twitter betont Amani, dass sie ihre Geldstrafe als «vergleichsweise gering» einschätzt und selbst der Meinung sei, dass ihre «Beleidigungen geahndet werden müssen». Sie «möchte aber wissen, warum so eine Volkshetze komplett ungeahndet und straffrei davonkommt» und werde erst zahlen, wenn es auch für Winhart Konsequenzen gebe.

Obwohl damals eine Gruppe von rund 20 Personen bei der Staatsanwaltschaft Traunstein gegen ihn einen Strafantrag wegen Volksverhetzung einreichte, wurden die Ermittlungen gegen den Politiker eingestellt. So sind seine Aussagen laut Staatsanwaltschaft zwar als beleidigend und beschimpfend, aber nicht als volksverhetzend einzustufen.

«Manche Dinge brauchen Mut»

«Meine Eltern, meine Liebsten und mein Team wollen das alle schnell zahlen, aber ich habe es allen verboten», erklärt Amani ihren Followerinnen und Followern auf Twitter und sucht Rat: «Soll ich das durchziehen und die Freiheitsstrafe in Kauf nehmen? Bitte nicht vorsichtig und reglementiert denken, manche Dinge brauchen Mut, manche Dinge brauchen klare Präzedenzen.»

Amani erhielt daraufhin viel Mitgefühl und Unterstützung und bedankte sich Dienstagabend in ihrer Insta-Story. «Eure Gedanken helfen mir gerade sehr. Ich fühle mich sehr beschützt», so die Aktivistin. Die Meinungen der Leute seien zudem sehr gespalten. Während einige finden, dass sie aus Selbstschutz die Geldstrafe zahlen solle, halten andere es für eine bessere Idee, durch die Haftstrafe ein Zeichen zu setzten. Ob und wie sich Amani schlussendlich entschieden hat, ist nicht bekannt.

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