Aktualisiert 30.11.2018 15:43

Streit in BernConcierge von Luxushotel greift Handwerker an

Eine Uneinigkeit über einen Parkplatz endete mit einer Platzwunde am Kopf: Ein normaler Arbeitsalltag eines Berner Hotelangestellten geriet am Donnerstag aus den Fugen.

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Vor dem Berner Nobelhotel rastete der hauseigene Concierge derart aus, dass sein Kontrahent – ein Handwerker – blutüberströmt einen Notfallarzt aufsuchen mussten.

Vor dem Berner Nobelhotel rastete der hauseigene Concierge derart aus, dass sein Kontrahent – ein Handwerker – blutüberströmt einen Notfallarzt aufsuchen mussten.

Weil der Handwerker den Befehlen des Emfangchefs nicht nachging, wurde der Concierge handgreiflich und warf ein Handy gegen den Handwerker. Durch das Geschoss erlitt der Handwerker oberhalb des Auges eine Quetschriss-Wunde, die ambulant mit mehreren Stichen genäht werden musste.

Weil der Handwerker den Befehlen des Emfangchefs nicht nachging, wurde der Concierge handgreiflich und warf ein Handy gegen den Handwerker. Durch das Geschoss erlitt der Handwerker oberhalb des Auges eine Quetschriss-Wunde, die ambulant mit mehreren Stichen genäht werden musste.

Ansonsten ist es beim Eingang des Hotels Bellevue Palace stets vornehm ruhig. Das schön geschmückte Entrée lässt Gäste herzlich willkommen heissen.

Ansonsten ist es beim Eingang des Hotels Bellevue Palace stets vornehm ruhig. Das schön geschmückte Entrée lässt Gäste herzlich willkommen heissen.

Keystone/Peter Klaunzer

Was sich am Donnerstag vor dem 5-Stern-Hotel Bellevue Palace in Bern abspielte, war alles andere als gediegen: Vor dem Nobelhotel rastete der hauseigene Concierge derart aus, dass sein Kontrahent – ein Handwerker – blutüberströmt einen Notfallarzt aufsuchen mussten.

Der Ursprung dieser handgreiflichen Auseinandersetzung war jedoch eine Lappalie: Der Empfangschef des Hotels wollte am Donnerstagmorgen dem Lüftungsmonteur verbieten, seinen Wagen vor dem Hotel abzustellen. Das Auto mit Werkzeugkisten passe nicht vor den herrschaftlichen Eingang des Bellevue Palace.

Doch der Monteur, der mit seiner offiziellen Handwerker-Parkkarte laut Polizei vor Ort parkieren darf, liess sich nicht verscheuchen – und stellte seinen Lieferwagen trotz der wütenden Reaktionen des Hotelmitarbeiters ab.

Streit spitzt sich weiter zu

Dass der Handwerker dann auch noch in aller Ruhe sein Werkzeug auslud und auf die Baustelle im Innern des Hotels brachte, scheint den Concierge noch weiter provoziert zu haben. Denn als der Monteur zu seinem Lieferwagen zurückkehrte, war dieser von zwei teuren Autos von Gästen des Hauses umstellt. Doch auch diese Provokation strafte der Handwerker mit Gleichgültigkeit und Ignoranz. Er habe lediglich versucht, das Auto aus der Parklücke zu manövrieren, sagt der Arbeiter.

Dies brachte das Fass zum Überlaufen, dem Concierge platzte der Kragen: «Er riss meine Autotür auf und beleidigte mich», erzählt der Handwerker. Beim verbalen Schlagabtausch blieb es aber nicht: «Der Mann nahm sein Diensthandy und schmetterte es mir mit voller Wucht gegen den Kopf», erinnert sich der Monteur.

Quetschwunde und Anzeige

Durch das Geschoss erlitt der Handwerker oberhalb des Auges eine Quetschrisswunde, die ambulant mit mehreren Stichen genäht werden musste. Doch auch für den Empfangschef hat diese morgendliche Auseinandersetzung ein Nachspiel: Die Kantonspolizei, die über den Streit informiert wurde, hat ein Dossier eröffnet. Polizeisprecher Christoph Gnägi bestätigt: «Bei uns ist wegen des Streits eine Anzeige eingegangen.»

Während die Polizei das weitere Vorgehen prüft und der Handwerker seine Kopfschmerzen auskuriert, hat man den Vorfall im 5-Stern-Hotel anscheinend ad acta gelegt: «Das Ganze war eine Lappalie, wir äussern uns nicht zum Vorfall», heisst es dort auf Anfrage.

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