Condomi kann Krise nicht verhüten
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Condomi kann Krise nicht verhüten

Europas grösster Kondomhersteller condomi steckt in der Krise. Der Aktienkurs brach heute Freitag um mehr als ein Drittel ein.

Nachdem das Unternehmen am Donnerstagabend in einer Pflichtmitteilung über eine akute Liquiditätskrise berichtet und einen Zusammenbruch nicht ausgeschlossen hatte, brach am Freitag der Aktienkurs des Kölner Verhütungsspezialisten um mehr als ein Drittel ein.

Das Unternehmen hatte in seiner Ad-hoc-Mitteilung darüber informiert, dass es Finanzierungsverhandlungen mit seinen Poolbanken aufgenommen habe. «Die Liquiditätssituation und die Finanzkraft von condomi haben sich auf Grund verfehlter Wachstums- und Investitionsstrategien der Vergangenheit kontinuierlich verschlechtert. ... Im Falle eines Scheiterns dieser Verhandlungen ist der Fortbestand der condomi AG und ihrer direkten und indirekten Töchter, mit Ausnahme der unimil S.A., nicht mehr sichergestellt», hiess es in der Erklärung.

Condomi hat nach eigenen Angaben in den Verhandlungen mit den Banken ein Finanzierungskonzept vorgestellt, das die Voraussetzungen für einen Fortbestand des Unternehmens schaffen soll. Es beinhalte die Bereitstellung einer Überbrückungsfinanzierung und Massnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals. Die Poolbanken hätten ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an einer Lösung mitzuwirken, berichtete das Unternehmen. Ein Abschluss der Verhandlungen sei noch im Dezember zu erwarten.

Condomi war 1988 als «Facheinzelhandel für Erektionsbekleidung» gegründet worden und später auch in die Produktion der Verhüterli eingestiegen. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen einen stürmischen Expansionskurs verfolgt und sich dabei offensichtlich übernommen. (dapd)

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