Zürich: Condrau erhält Absagen vom Obergericht
Publiziert

ZürichCondrau erhält Absagen vom Obergericht

Im Fall Mörgeli blitzt sein ehemaliger Chef Flurin Condrau mit zwei Begehren beim Obergericht und der Staatsanwaltschaft ab. Ihm droht ein Strafverfahren.

von
kv
Dem Direktor des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich droht ein Strafverfahren. Er seinerseits blitzt mit seinen Begehren beim Obergericht ab.

Dem Direktor des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich droht ein Strafverfahren. Er seinerseits blitzt mit seinen Begehren beim Obergericht ab.

Im Dezember letzten Jahres hatte Nationalrat Christoph Mörgeli (SVP) gegen seinen ehemaligen Chef Flurin Condrau eine Strafanzeige eingereicht. Dieser geniesst als Direktor des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich aber Beamtenstatus. Deshalb lag es am Zürcher Obergericht zu entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung durchführen durfte, wie der «Tages-Anzeiger» am Freitagmorgen schreibt.

Das Obergericht erteilte diese Ermächtigung - wenn auch nicht im gleichen Umfang, wie in der Strafanzeige verlangt. Ob die Staatsanwaltschaft tatsächlich ein Strafverfahren einleitet, ist noch unklar. Vorläufig darf sie das ohnehin nicht, da Condrau den Entscheid des Obergerichts anfechten will.

Staatsanwaltschaft und Obergericht lassen Condrau abblitzen

Condrau war sowohl bei der Staatsanwaltschaft als auch beim Obergericht mit einem weiteren Anliegen abgeblitzt. Er hatte sämtliche ihn betreffenden Akten einsehen wollen, die im Zusammenhang mit dem Strafverfahren gegen Iris Ritzmann stehen. Ritzmann ist wegen Amtsgeheimnisverletzung angeklagt. Zurzeit ist offen, ob er die Beschlüsse der zwei Instanzen ebenfalls ans Bundesgericht weiterziehen möchte.

Condrau stellte sich auf den Standpunkt, dass er die Unterlagen benötige, um sich gegen die Kampagne der «Weltwoche» wehren zu können. Ohne die entsprechenden Dokumente sei es ihm nicht möglich, eine Strafanzeige gegen die Zeitung wegen des Verdachts der üblen Nachrede und der Verleumdung ausreichend zu begründen oder eine Beschwerde an den Presserat zu richten. Die Staatsanwaltschaft befand, dass er dafür keine Einsicht in die Akten benötige. Diese enthielten keine Dokumente, die Condrau zum Nachteil gereichen könnten.

Einem weiteren Begehren Condraus erteilte das Obergericht ebenfalls eine Absage. Er hatte verlangt, dass sowohl allen Beteiligten als auch ihren Rechtsvertretern verboten wird, Informationen jeglicher Art über das Verfahren gegenüber Dritten zu offenbaren. Staatsanwaltschaft und Obergericht sehen jedoch keine Veranlassung, eine entsprechende Verpflichtung zu erlassen.

Deine Meinung