Saas-Almagell: Kritik an den Behörden nach Verschwinden von Constanta P.

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Saas-Almagell VSConstanta P. (62) seit einer Woche vermisst – nun wird Kritik an Behörden laut

Constanta P. ist seit dem 9. November verschwunden. Hundeführer wollten helfen, sie zu suchen, wurden aber zuerst abgelehnt, dann doch aufgeboten.

von
Mara Wehofsky
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Wer hat Constanta P. bei Saas-Almagell VS gesehen?

Wer hat Constanta P. bei Saas-Almagell VS gesehen?

Kapo Wallis 
Die Kantonspolizei Wallis wird nun kritisiert. (Symbolbild)

Die Kantonspolizei Wallis wird nun kritisiert. (Symbolbild)

20min/Matthias Spicher
Die KWRO verweist auf die Kantonspolizei. (Symbolbild)

Die KWRO verweist auf die Kantonspolizei. (Symbolbild)

KWRO

Darum gehts

  • Constanta P. ist seit dem 9. November verschwunden.

  • Lokale Spürhundteams sollen nicht mehr zur Suche Vermisster eingesetzt werden. 

  • Dieser Beschluss wird von der Politik kritisiert.

  • Die zuständigen Behörden sollen sich zudem die Verantwortung für den Beschluss hin- und herreichen. 

In Saas-Almagell wird seit Mittwochabend nach Constanta P. (62) gesucht. Wer für die Suche zuständig ist, scheint aber nicht klar zu sein – vor allem in Bezug auf sogenannte Mantrailer-Einheiten, die auf die Suche von Menschen spezialisiert sind. Dies berichtet der «Walliser Bote».

Die Kantonspolizei Wallis begann am Donnerstagmittag mit einer Suchaktion und setzte die eigene Hundestaffel und Drohnen mit Wärmebildkameras ein. Ein sogenannter Mantrailing-Hund, spezialisiert auf die Suche nach Personen, aus dem Kanton Freiburg kam am Donnerstagnachmittag hinzu. Die Suche blieb jedoch bis Freitagmorgen erfolglos. 

Am Freitag forderte die Kantonspolizei, nach anderthalb Tagen erfolgloser Suche, die lokalen Suchhundeteams an. Diese sollen bereits Donnerstagabends bei der Rettungsorganisation KWRO angefragt haben, welche sie jedoch zurückgewiesen habe. Mit dem Argument, dass die Kapo allein für die Suche und Aufbereitung dieses Falles zuständig sei. 

Lokale Suchhunde hätten am Mittwoch ausrücken können

Das Vorgehen der Polizei und der Rettungsorganisation wird nun kritisiert: Bereits Mittwochabend hätten die lokalen Suchhundeteams ausrücken können. Philipp Imboden, stellvertretender Einsatzleiter der Personensuche und Mantrailing-Hundeführer für den Kanton, sagte gegenüber dem «Walliser Boten», dass im Walliser Rettungswesen Kompetenzgerangel anstatt das Menschenleben im Zentrum stehe: «Im Fall der vermissten Frau im Saastal hätte es absolut Sinn ergeben, wenn unsere spezialisierten Rettungsteams von Anfang an in die Suche involviert worden wären.»

Anscheinend werden jedoch die lokalen Suchhundeteams bei Vermisstenfällen schon seit dem Sommer nicht mehr aufgeboten. Die KWRO teilte den Hundeführerinnen und -führern im März mit, dass ab 2023 die lokalen Suchhundetrupps gar nicht mehr zur Suche nach Vermissten genutzt würden. 

Nun werden aber anscheinend schon seit Juni keine Hundeführer mehr eingesetzt. Die KWRO und die Walliser Kantonspolizei wollten ab 2023 Spürhunde aus anderen Kantonen, etwa aus Freiburg, aufbieten. Dies sei aufgrund eines Vertrags zwischen den Kantonen entschieden worden. Dieser besagt, dass nur noch Suchhunde des Polizeikorps genutzt werden.  Die Kapo verwies nach der Anfrage auf die KWRO, welche wiederum zurück auf die Kapo verwies.

Die Mantrailer-Hundeführer kritisieren dieses Vorgehen, da ihre Hunde sich in den Lokalitäten auskennen und zudem eine Spezialisierung vorweisen. Der Polizeikommandant Christian Varone erklärte, dass der Bezug der Hundeführer aus anderen Kantonen keinen Einfluss auf die Einsatzeffizienz habe.  

Politikerinnen und Politiker greifen ein

Mehrere Politikerinnen und Politiker der SVPO, CSPO, SPO und Linke  wollen nun beim Grossen Rat um Aufklärung bitten. Dieter Stoessel, Grossrat FDPO und Mitglied der Kommission für Gesundheit, Sozialwesen und Integration, sagte, dass er sich der Kompetenzprobleme zwischen den Organisationen nicht bewusst war: «Das ist ein haltloser Zustand. Es muss klar sein, wer welche Kompetenzen hat. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es künftig klare Regeln gibt.» 

Die Vermisste wurde immer noch nicht gefunden. Die Kantonspolizei sei im Austausch mit der Familie, welche nach eigenen Aussagen von Fachpersonal betreut wird. 

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Hier findest du Hilfe:

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen

Muslimische Seelsorge, Tel. 043 205 21 29

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Lifewith.ch, für betroffene Geschwister

Verein Regenbogen Schweiz, Hilfe für trauernde Familien

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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