Aktualisiert 27.09.2018 13:29

Murat Yakin

«Constantin ist ein Mensch mit sozialer Ader»

Die Liga hat Murat Yakin eine Spielsperre erlassen. Nun coacht der Trainer für Sion gegen den FCZ erstmals an der Linie.

von
E. Tedesco
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Murat Yakin (r.) musste bei seinem ersten Spiel als Sion-Coach auf der Tribüne Platz nehmen.

Murat Yakin (r.) musste bei seinem ersten Spiel als Sion-Coach auf der Tribüne Platz nehmen.

Keystone/Peter Schneider
Neben ihm hat Sportchef Barthélémy Constantin Platz genommen.

Neben ihm hat Sportchef Barthélémy Constantin Platz genommen.

Keystone/Peter Schneider
Yakin verbüsste in Thun die erste von zwei Spielsperren, die er sich im März als GC-Trainer wegen Schiedsrichterbeleidigung eingehandelt hatte.

Yakin verbüsste in Thun die erste von zwei Spielsperren, die er sich im März als GC-Trainer wegen Schiedsrichterbeleidigung eingehandelt hatte.

FreshFocus/urs Lindt

Der Start mit dem FC Sion in Thun (1:4) verlief für Murat Yakin nicht nach Wunsch, er durfte das Spiel nur von der Tribüne aus verfolgen. Das bringt den 44-Jährigen nicht aus der Ruhe. Am Donnerstag steht der ehemalige Meistertrainer gegen den FCZ erstmals an der Seitenlinie (ab 20 Uhr live im Ticker). Die Liga hat dem Sion-Trainer die Spielsperre, die er sich noch bei GC eingehandelt hatte, erlassen, weil die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist.

Murat Yakin, am Donnerstag dürfen Sie Ihren Hochsitz auf der Tribüne verlassen. Wie schwer fiel es Ihnen, dass Sie in Thun nicht eingreifen konnten?

Es hat schon ein Rolle gespielt, obwohl wir (Yakin und Assistent Christian Zermatten, die Red.) uns nach dem letzten Training intensiv besprochen haben. Aber auf der Tribüne waren mir die Hände gebunden, mit taktischen Anweisungen Einfluss zu nehmen. Das war aber nicht der Grund für die Niederlage.

Sondern?

Die Spieler haben unsere Vorgaben nur teilweise gut umgesetzt. Dennoch: Wäre das 1:1 gefallen, hätte die Partie wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen, zumal wir nach der Pause wesentlich besser aus der Kabine gekommen sind.

Das ist Kaffeesatzlesen. Fakt ist: Das war ein schlechter Auftritt Ihrer Mannschaft.

Ich weiss, es ist anscheinend in Mode gekommen, dass Trainer die Leistung ihrer Mannschaft nach Niederlagen schönreden, aber ich will die Leistung in Thun auch nicht nur schlechtreden, denn wir hatten einfach zu wenig Zeit, um uns gezielter auf das Spiel vorzubereiten.

Viel Zeit blieb diesmal auch nicht. Sie haben mit einer neuen Mannschaft noch nie die ersten zwei Spiele in Folge verloren. Bleibt es dabei?

Wir sind motiviert und werden alles daran setzen, um gegen den FCZ eine positive Reaktion zu zeigen.

Und sonst lernen Sie wohl den Totomatismus kennen ...

... den was bitte?

Totomatismus – die Constantin'sche Lehre vom Totomaten: Nicht CC entlässt Trainer, sondern der Totomat.

(lacht) Ich finde diese Lehre praktisch beim Kommunizieren und halte es da ganz wie der Präsident: Ein gewonnenes Spiel ist gut. Ein verlorenes Spiel ist nicht gut.

Christian Constantin ist nicht dafür bekannt, zimperlich mit Trainern umzugehen. Machten Sie sich noch nie Gedanken, so zu enden wie zum Beispiel Ihre Vorgänger?

Damit habe ich kein Problem. Leidenschaft und Emotionen gehören zum Fussball. Aber klar, wenn es hart auf hart kommt, tut so etwas immer weh. Aber ich bin ja – für den Moment zumindest – auf einer ähnlichen Wellenlänge wie der Präsident.

Geht das überhaupt?

Ich will auch immer gewinnen. Mit einem guten Matchplan, mit der entsprechenden Mentalität sowie etwas mehr Zeit, um meine Ideen zu vermitteln, ist vieles möglich.

Sie sind nun seit einer Woche im Wallis. Wie sind Ihre Begegnungen mit Christian Constantin?

Ich weiss, wie man in der Schweiz über Christian Constantin denkt, aber ich begegne einer Persönlichkeit mit Charisma und einem Menschen mit einer sozialen Ader. So unvorstellbar das auch für Sie in Zürich jetzt klingen mag. Aber ich sehe, wie herzlich CC mit den Mitarbeitern des FC Sion umgeht.

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