FC Sion: Constantin zeigt Schiri wegen Betrug an

Aktualisiert

FC SionConstantin zeigt Schiri wegen Betrug an

Sion fühlt sich nach der 2:3-Niederlage in Bern betrogen. Boss Christian Constantin will deshalb Schiri Sascha Amhof vor Gericht zerren.

von
Peter Berger

Die Gemüter der Walliser sind überhitzt nach dem Spiel gegen YB. Trainer Didier Tholot verlässt die obligatorische Medienkonferenz mit dem einzigen Satz: «Es ist nicht gut, wenn sich ein Bestohlener äussert.» Schon vorher hat Präsident Christian Constantin in den Katakomben Klartext gesprochen: «Ich akzeptiere das nicht, ich werde nicht beim Verband oder der Liga intervenieren, sondern bei einem Gericht den Schiedsrichter wegen Betrugs anzeigen.» Dieses Vorgehen wäre ein Novum.

Die entscheidende Szene hatte sich in der 68. Minute erreignet: YB-Spieler Miralem Sulejmani wird aus einer Offsideposition lanciert, Sions Goalie Andris Vanins wirft sich ihm entgegen, berührt ihn aber nicht. Schiedsrichter Sascha Amhof zeigt dem Keeper trotzdem die Rote Karte.

Den fälligen Penalty verwertet YB-Goalgetter Guillaume Hoarau mit seinem zweiten Elfmeter-Treffer an diesem Nachmittag zum 2:2. «Das war die Schlüsselszene der Partie», gibt YB-Trainer Adi Hütter zu und verschweigt nicht, dass sie «sehr, sehr glücklich für uns ist.» Die Walliser reklamieren zudem, dass Amhof in einer ersten Reaktion Sulejmani wegen Schwalbe habe verwarnen wollen. Wie auch immer. «Hätte er das Offside abgepfiffen, wäre es nicht zu dieser Situation gekommen», ergänzt Hütter. So aber kam Alexander Gerndt in der 90. Minute noch zum YB-Siegestor.

Auch Captain Steve von Bergen gestand, dass der Penaltypfiff ein Geschenk war. «Aber aus YB-Sicht sagen wir: Sulejmani hat da gut gespielt.» Obwohl die Berner Protagonisten einräumten, dass der Sieg glücklich war, so betonten sie aber auch unisono, dass der Erfolg verdient gewesen sei. In der Tat hatten die Berner ein Chancenplus und verdienten sich die reine Weste. Sie sind im 2016 mit zwei Unentschieden und drei Siegen weiterhin ungeschlagen.

YB-Captain Steve von Bergen zur Schlüsselszene. (Video: 20 Minuten)

Sions Pa Modou muss ins Spital

Die emotionale Begegnung zwischen YB und Sion (3:2) endete mit einem unschönen Zusammenstoss. YB-Verteidiger Florent Hadergjonaj und Sions Pa Modou stiessen beim Luftduell mit den Köpfen zusammen. Während Hader­gjonaj mit einem dicken Verband um den Kopf davonkam, erwischte es Pa Modou schlimmer. Der 26-Jährige aus Gambia wurde nach einer ärztlichen Erstversorgung im Stadion ins Spital in Bern eingeliefert. (pbt)

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