Explodierende Covid-Fälle: Contact-Tracer haben die Kontrolle verloren
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Explodierende Covid-FälleContact-Tracer haben die Kontrolle verloren

Die Corona-Aufspürer sind vielerorts überlastet: Der Kanton Zürich sucht die Kontaktpersonen von positiv Getesteten nicht mehr selbst.

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Kontrolle über Infektionsgeschehen verloren: Eine Frau arbeitet für das Contact-Tracing im Kanton Zürich. (Archivbild)

Kontrolle über Infektionsgeschehen verloren: Eine Frau arbeitet für das Contact-Tracing im Kanton Zürich. (Archivbild)

Keystone/Ennio Leanza
Kontrolle über Infektionsgeschehen verloren: Ein Mann arbeitet für das Contact-Tracing im Kanton Zürich. (Archivbild)

Kontrolle über Infektionsgeschehen verloren: Ein Mann arbeitet für das Contact-Tracing im Kanton Zürich. (Archivbild)

Keystone/Ennio Leanza
Die Strategie von Bund und Kantonen gegen das Coronavirus basiert derzeit auf dem sogenannten Contact-Tracing.

Die Strategie von Bund und Kantonen gegen das Coronavirus basiert derzeit auf dem sogenannten Contact-Tracing.

Keystone

Darum gehts

  • Die Contact-Tracer haben mit den explodierenden Covid-Fällen in der Schweiz vielerorts Mühe.
  • In Zürich zum Beispiel wird die Verfolgung der Infektionsfälle und die Alarmierung möglicherweise angesteckter Kontaktpersonen den Betroffenen selbst überlassen.
  • Die Kantone verlieren zunehmend die Kontrolle über das Infektionsgeschehen.

Die kantonalen Contact-Tracer können vielerorts die explodierenden Covid-Fälle nicht mehr bewältigen. So können Ansteckungsketten nicht mehr unterbrochen werden. Das Tracing-Team des Kantons Zürich etwa ist derart überlastet, dass der Kanton die Verfolgung der Infektionsfälle und die Alarmierung möglicherweise angesteckter Kontaktpersonen den Betroffenen selbst überlässt. Das bestätigt Lina Lanz, Sprecherin der Zürcher Gesundheitsdirektion, gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Die Indexfälle informieren ihre Kontaktpersonen und wirken so aktiv mit.»

Das Zürcher Contact-Tracing hat damit die Kontrolle über das Infektionsgeschehen aufgegeben. Eine Garantie, dass die Infektionsketten unterbrochen werden können, gibt es nicht mehr. Die «SonntagsZeitung» berichtet von mehreren Fällen, bei denen das Contact-Tracing versagte und potentiell Angesteckte nicht alarmiert wurden. Zahlen zeigen zudem, dass die Verfolgung und Unterbrechung von Ansteckungsketten auch andernorts nicht mehr effizient ist.

In vielen Kantonen sind nur 10 bis 20 Prozent der neu angesteckten Personen zum Zeitpunkt des positiven Tests bereits in Quarantäne gesetzt worden. Damit ist klar: Das Contact-Tracing funktioniert nicht mehr. Die Berner Epidemiologin Nicola Low sagt: «Damit Ansteckungsketten unterbrochen werden können, braucht es eine grössere Effizienz. Die Rate jener, die schon in Quarantäne sind, wenn die Infektion bestätigt wird, muss auf 80 Prozent erhöht werden.»

(chk)

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