Unteriberg SZ: Container-Clique inszeniert sich als Widerstandsnest gegen Corona-Regeln

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Unteriberg SZContainer-Clique inszeniert sich als Widerstandsnest gegen Corona-Regeln

Nach einer illegalen Party in einem Container in Unteriberg SZ und einem Polizeieinsatz feiern sich einige der Teilnehmer jetzt ab. Man sei eben wie Asterix und Obelix, die gegen den Rest der Welt Widerstand leisten.

von
Martin Messmer
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In dieser Baracke in Unteriberg SZ fand am Samstag eine  illegale Party statt. 80 Personen waren laut Polizei an dieser Party.

In dieser Baracke in Unteriberg SZ fand am Samstag eine illegale Party statt. 80 Personen waren laut Polizei an dieser Party.

Nadine Wechsler
Dieser Post zum Thema tauchte auf Insta auf.

Dieser Post zum Thema tauchte auf Insta auf.

Insta
 «Wir waren mit ein paar Kollegen in der Baracke und haben ein bisschen gefestet, weil man sonst nirgendwo mehr kann. Ein Kollege hat hier drei ganz kleine Räume gemietet», sagte A., einer der Teilnehmer der Party am Sonntag zu 20 Minuten.

«Wir waren mit ein paar Kollegen in der Baracke und haben ein bisschen gefestet, weil man sonst nirgendwo mehr kann. Ein Kollege hat hier drei ganz kleine Räume gemietet», sagte A., einer der Teilnehmer der Party am Sonntag zu 20 Minuten.

Nadine Wechsler

Darum gehts

  • Am Wochenende hat die Polizei eine illegale Party in Unteriberg SZ aufgelöst.

  • 80 Personen wurden weggewiesen, so die Polizei.

  • In der betreffenden Baracke sollen schon früher illegale Partys stattgefunden haben.

  • Nun brüsten einige Unbekannte aus Insta damit, dass die Unteriberger gegen die Coronal-Regeln verstossen.

  • Die Kommentare gegen die Partygänger sind nicht wohlwollend.

«Der nächste Asterix und Obelix wird im Ybrig gedreht: Die ganze Welt im Corona-Bann, nur ein kleines Dorf leistet Widerstand und beugt sich nicht»: Dieser Post wurde auf Insta von «unteriberg.stadt.der.helden» veröffentlicht, und dürfte sich auf die illegale Party in einem Baracken-Container im Industriegebiet des Dorfes beziehen, welche die Polizei am Wochenende aufgelöst hat. 80 der selbsternannten «Helden» schickte sie weg, zwei nahm sie fest.

Und weil nun wohl Geldbussen ausgesprochen werden, wird auf dem gleichen Account Geld gesammelt. «Aus Dankbarkeit, dem Coronawahn eine Weile entkommen zu sein, sammle ich Geld für die Konsequenzen des Barbesitzers», heisst es in einem weiteren Post.

«Stadt der Helden? Eher Kaff der Idioten»

Die Reaktionen auf Insta sind durchaus nicht wohlwollend. «Dumm und rücksichtslos», nannte jemand das Vorgehen der illegalen Partygänger. An die selbsternannten Widerstandskämpfer in Sachen Corona aus Unteriberg schrieb ein weitere Kommentator: «Dann bleibt aber auf eurem Staatsgebiet.» Und jemand kritisierte: «Solidarität mit anderen ist ein Fremdwort in Unteriberg. Schämt Euch!» Oder es heisst: «Ihr seid keine Helden.» Und dann wird es gehässiger. Etwa in diesem Kommentar: «Stadt der Helden? Wohl eher Kaff der Idioten.» Weitere Kommentare sind nicht zitierfähig.

Gemäss einem Artikel von Blick fanden schon vor dem letzte Wochenende illegale Partys statt. «Die Gemeinde hatte den Betreiber schriftlich aufmerksam gemacht, dass er eine Betriebsbewilligung brauche und die Corona-Verordnung gelte», wird der Gemeindepräsident zitiert.

«Wir verstehen es hier hinten nicht, dass man nicht mehr zusammen eins trinken darf»

Einer der Teilnehmer der Party vom Wochenende sagte zu 20 Minuten, wie er von der Pandemie hält. «Sicher gibt es Corona. Aber das ist nicht schlimmer als ein anderer Virus. Deshalb verstehen wir es hier hinten nicht ganz, dass man nicht mehr miteinander eins trinken darf, wenn gar nicht da ist. Wir sind hier ein friedliches Dorf, das zueinander hält und sich hilft. Und dann kommt die Polizei mit einem Grossaufgebot, dass man meinen könnte, wir seien alles Schwerverbrecher. Lächerlich.»

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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