Drastischer Auftragseinbruch: Conzzeta baut 400 Stellen ab
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Drastischer AuftragseinbruchConzzeta baut 400 Stellen ab

Die Wirtschaftskrise zwingt die Industriegruppe Conzzeta zu einem drastischen Stellenabbau: Die Industrie-Gruppe baut bis Ende Jahr weltweit rund 400 Stellen ab, die Hälfte davon in der Schweiz.

Damit verschwindet jede neunte Stelle. In der Schweiz erhalten 200 Angestellte die Kündigung, vor allem im Kanton Bern. Das Unternehmen begründet den Abbau mit dem massiven Auftragseinbruch von über 60 Prozent im Maschinen- und Anlagenbau als Folge der Wirtschaftskrise. Eine Besserung sei nicht in Sicht, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Ein nachhaltiger Aufschwung sei nicht vor 2011 zu erwarten und dürfte auch dann nur langsam erfolgen. Conzzeta müsse sich daher für längere Zeit auf deutlich tiefere Auftragseingänge einstellen.

Der Abbau soll zu Einsparungen von rund 60 Mio. Fr. führen. Die einmaligen Kosten belaufen sich auf rund 30 Mio. Franken. Sie werden der Rechnung 2009 belastet. Conzzeta erwartet für das laufende Jahr denn auch einen Verlust.

Kündigungen sind laut Conzzeta unvermeidlich, zumal die Kurzarbeit bereits ausgeweitet und Temporär-Personal abgebaut wurde. Sozialpläne sind vorhanden oder in Arbeit. Der Abbau sei «leider notwendig, damit wir Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft erhalten können», wird Konzernchef Robert Suter zitiert.

Berner Werke bluten

Vom Stellenabbau betroffen sind die Herstellung von Systemen für Blechbearbeitung (Bystronic), von Systemen für Glasbearbeitung (Bystronic Glass), von Automationssystemen (Ixmation) und Schaumstoffen (Foam Partner). Damit gehen vor allem im Kanton Bern Arbeitsplätze verloren.

Bei Bystronic in Niederönz BE sind 87 Kündigungen geplant. Bei Bystronic Glass in Bützberg BE, wo unter anderem Maschinen für die Bearbeitung von Auto-Glas hergestellt werden, erhalten 50 Angestellte die Kündigung.

In Pieterlen BE wird die Herstellung von Systemen zur Produktionsautomation für die Werkzeugmaschinenindustrie von Ixmation vollständig eingestellt. Hier wird 54 Arbeitern gekündigt. Allenfalls könnten Teilbereiche durch Kunden, Lieferanten oder Mitarbeiter weitergeführt werden. Es wird nach Lösungen gesucht.

Bei Foam Partner erhalten an den Standorten Wolfhausen ZH und Gontenschwil AG fünf Angestellte die Kündigung. Vom Abbau verschont bleiben die Geschäftsbereiche Sportartikel (Mammut Sports Group), grafische Beschichtungen (Schmid Rhyner) und Immobilien (Plazza Immobilien).

Wachstum in China

Trotz des einschneidenden Abbaus will Conzzeta weiterhin «kräftig» in Entwicklungsprojekte investieren. Zudem soll die Präsenz auf wichtigen Wachstumsmärkten ausgebaut werden, namentlich in China und im Service-Geschäft. Er sei zuversichtlich, dass das Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen werde, schreibt Konzernchef Suter.

(sda)

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