Baumarkt-Deal - Coop gibt Bau+Hobby auf und setzt auf Jumbo
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Baumarkt-DealCoop gibt Bau+Hobby auf und setzt auf Jumbo

Grosse Überraschung im Baumarkt-Sektor: Coop gibt die Eigenmarke Bau+Hobby auf und setzt ausschliesslich aufs zugekaufte Format Jumbo. Jobs werden vorerst keine abgebaut.

von
Sandro Spaeth
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Coop fokussiert sich künftig im Bereich Baumarkt auf die Marke Jumbo.

Coop fokussiert sich künftig im Bereich Baumarkt auf die Marke Jumbo.

20min/Taddeo Cerletti
Die Marke Bau+Hobby gibt Coop dabei auf. 

Die Marke Bau+Hobby gibt Coop dabei auf.

Coop
Laut einer Mitteilung werden Jumbo und Bau+Hobby spätestens im September 2022 final zusammengelegt.

Laut einer Mitteilung werden Jumbo und Bau+Hobby spätestens im September 2022 final zusammengelegt.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Coop hat im Frühling die Baumärkte von Jumbo übernommen.

  • Nun ist klar, auf welches Format der Basler Detailhandelsriese künftig setzt: auf Jumbo.

  • Coop will keine Standorte schliessen, Jobbau droht aber in der Administration.

Seit Corona herrscht im Baumaktsektor Goldgräberstimmung: Heimwerken ist Trumpf, die Umsätze wachsen im zweistelligen Prozentbereich. Weil Grösse Einkaufsvorteile und Synergien bringt, hat Coop diesen Frühling von der Genfer Firma Maus Frères SA die 40 Jumbo-Filialen übernommen. Anfang August gab die Wettbewerbskommission (Weko) grünes Licht für den grossen Baumarkt-Deal.

Nun ist klar, auf welche Marke Coop nach der millionenteuren Übernahme setzt: auf den zugekauften Brand Jumbo. Laut einer Mitteilung werden Jumbo und Bau+Hobby spätestens im September 2022 final zusammengelegt. «Wir glauben an Jumbo und an das grosse Wachstumspotenzial des Schweizer Baumarktes», begründet Coop-CEO Philipp Wyss den Entscheid.

Was weiter für die Wahl des Namens Jumbo gesprochen haben dürfte: Der Brand steht für Baumarkt-Fachkompetenz und seine Eigenmarken gelten als preislich hoch attraktiv.

Kommt das grosse Filialsterben?

Bau+Hobby zählt 84 Filialen, Jumbo 40. Das Problem: Rund ein Dutzend Filialen stehen relativ nahe beieinander. Kommt es nun zum grossen Filialsterben? «Überhaupt nicht», beruhigt Coop-Sprecherin Rebecca Veiga. «Wir werden jede Filiale weiterführen, auch wenn die Zusammenführung erfolgt ist.»

Noch ist offen, wie Coop künftig dafür sorgen will, dass sich nahegelegene Filialen nicht in die Quere kommen: Denkbar wäre laut Branchenkennern, Gartencenter und Baumarkt an gewissen Standorten zu trennen.

Am Sitz der bisherigen Jumbo-Zentrale in Dietlikon, wo sich Mitarbeitende um Einkauf, Logistik und Marketing kümmern, wird die Verwaltung des neuen Baumarktriesen angesiedelt. Hier dürfte es durch Doppelspurigkeiten in der Administration zu einem Stellenabbau kommen.

Eine genau Stellenanzahl gibt Coop nicht bekannt. Die Zusammenführung wird laut Veiga rund ein Jahr in Anspruch nehmen. «Dort, wo langfristig Jobs in der Administration wegfallen, wird Coop den Mitarbeitenden nach Möglichkeit ein alternatives Jobangebot unterbreiten», so die Sprecherin.

Neue Nummer eins

Coop Bau und Hobby erzielte gemäss Jahresbericht letztes Jahr einen Umsatz von 694 Millionen Schweizer Franken, bei Jumbo waren es rund 600 Millionen Franken. Damit will Coop mit Jumbo 2.0 die klare Nummer eins am Schweizer Baumarkt werden. Erzrivalin Migros verfügt über rund 40 Do it + Garden-Märkte sowie elf Standorte des deutschen Baumarkts Obi, die von der Migros im Franchise-Modell betrieben werden.

Das ist der neue Jumbo

Der neue Baumarkt-Gigant Jumbo zählt 124 Filialen. Wie viel Mitarbeitende künftig beschäftigt werden, ist unklar. Bau+Hobby hat aktuell 2060 Angestellte, Jumbo deren 1500. Der fusionierte Baumarkt Jumbo setzt künftig auf eine Kombination aus starken Marken und Eigenmarken, darunter Ayce, Jardin Royal und Mood. Diese werden durch das Bau+Hobby Sortiment im Bereich Garten, Grill, Freizeit und Basteln ergänzt. Zudem bringt Coop seine Nachhaltigkeitsmarken ein.

Ganz im Marketing-Jargon spricht Coop «vom Besten aus zwei Welten» sowie dem dichtesten Verkaufsstellennetz und dem umfassendsten Online-Sortiment. Weil Coop bisher in der Romandie mit Bau+Hobby schwach vertreten war, sprach der damalige Coop-CEO Joos Sutter im Frühling von einer «idealen Ergänzung» des Filialnetzes durch den in der Westschweiz starken Jumbo.

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