Parallelimport – Coop importiert neues Coca-Cola Zero aus Polen
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Wegen PreiskampfCoop holt sich das neue Cola Zero schon jetzt aus Polen

Coca-Cola Zero gibts bald mit neuem Geschmack. Noch vor dem offiziellen Schweizer Verkaufsstart importiert Coop das Getränk aus Polen. Damit erhöht der Detailhändler den Preisdruck auf den hiesigen Produzenten.

von
Dominic Benz
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Coop holt sich das neue Coca-Cola Zero schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in die Schweiz. 

Coop holt sich das neue Coca-Cola Zero schon vor dem offiziellen Verkaufsstart in die Schweiz.

Screenshot Coopzeitung
Das neue Getränk nennt Coop «Cola-Pola» und soll einen neuen Geschmack haben, der dem klassischen Coca-Cola sehr nahe kommt.

Das neue Getränk nennt Coop «Cola-Pola» und soll einen neuen Geschmack haben, der dem klassischen Coca-Cola sehr nahe kommt.

Martin Kathriner,  Sprecher von Coca-Cola HBC Schweiz, sagt auf Anfrage: «Das neue Coca-Cola Zero Zucker werden wir im Juli in der Schweiz lancieren.» Details will Kathriner noch nicht verraten.

Martin Kathriner, Sprecher von Coca-Cola HBC Schweiz, sagt auf Anfrage: «Das neue Coca-Cola Zero Zucker werden wir im Juli in der Schweiz lancieren.» Details will Kathriner noch nicht verraten.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Im Sommer gibt es ein neues Coca-Cola Zero.

  • Bei Coop gibt es das neue Getränk aber schon ab Freitag.

  • Der Detailhändler importiert es aus Polen.

  • Dahinter steckt ein Preiskampf zwischen Coop und dem US-Konzern.

Coop machts schon wieder: Der Detailhändler importiert Coca-Cola aus Polen. Dieses Mal handelt es sich um ein neues Coca-Cola Zero mit veränderter Rezeptur. In der Schweiz ist es offiziell noch nicht erhältlich.

Für das neue Getränk macht Coop kräftig Werbung. In seiner eigenen Kundenzeitung spricht das Unternehmen aufgrund der Bezugsquelle vom «Cola-Pola». Ab Freitag steht es in den Gestellen von Coop.

Laut Coop hat das neue Coca-Cola Zero eine angepasste Rezeptur und schmeckt damit anders. «Der neue Geschmack kommt noch näher an die Classic-Variante heran», sagt Coop-Sprecherin Rebecca Veiga zu 20 Minuten.

Offizieller Start im Juli

Der offizielle Startschuss für das Getränk erfolgt hierzulande erst viel später. Martin Kathriner, Sprecher von Coca-Cola HBC Schweiz, sagt auf Anfrage: «Das neue Coca-Cola Zero Zucker werden wir im Juli in der Schweiz lancieren.» Details will Kathriner noch nicht verraten.

Dass Coop sich nun Coca-Cola in Polen besorgt, ist nicht das erste Mal. Seit Wochen verkauft der Detailhändler wieder die Halbliterflaschen von Coca-Cola, die aus dem osteuropäischen Land stammen. In der Schweiz werden solche Flaschengrössen schon lange nicht mehr produziert.

KLEINERE FLASCHE

Versteckte Preissteigerung

Mit der Abschaffung der Halbliterflasche hat die US-Marke die Schweizer Konsumenten mit einer versteckten Preissteigerung verärgert: Das Volumen der Coca-Cola-Flaschen schrumpfte von 0,5 auf 0,45 Liter – der Preis blieb jedoch bei 1.35 Franken. Seither werden in der Schweiz keine Halbliterflaschen mehr mit dem Süssgetränk abgefüllt.

Jetzt kommt bei Coop das neue Coca-Cola Zero aus Polen dazu. Dabei geht es aber nicht nur darum, hierzulande als erster das Getränk anbieten zu können. Mit dem Import will Coop vor allem die Preise beim US-Konzern drücken.

Coop-Sprecherin Rebecca Veiga sagt zu 20 Minuten: «Bei diesem Parallelimport handelt es sich um eine temporäre Massnahme, mit der sich Coop für bessere Preise für ihre Kundinnen und Kunden engagiert.»

Händler setzten immer wieder Parallelimporte als Druckmittel ein, um bessere Konditionen beim Schweizer Anbieter zu erhalten. So hatte kürzlich Migros etwa die Getränke von Rivella aus dem gleichen Grund aus dem Sortiment verbannt.

40 Rappen pro Dose

Dass die polnischen Einkaufskonditionen günstig sind, macht Coop mit seinen Aktionspreisen zum Verkaufsstart des neuen Coca-Cola Zero am Freitag und Samstag deutlich: In der 24-Stück-Packung kostet eine 33cl-Dose noch 40 Rappen. Der reguläre Preis beträgt laut Coop mit 80 Rappen genau das Doppelte.

Ob Coop mit seinem Parallelimport die Preise letztlich beim Lieferanten drücken kann, ist unklar. Laut Coca-Cola HBC nehme man keine Stellung zu Verhandlungen mit Kunden. Sprecher Kathriner betont allerdings: «Fairness ist uns auch wichtig, gerade wenn es um die lokale Wertschöpfung geht, Arbeitsplätze in der Schweiz gesichert werden können und kurze Transportwege möglich sind.»

Miese Öko-Bilanz

Gerade die Nachhaltigkeit ist bei Importen ein Knackpunkt. Zwar sind für Coop die Cola-Getränke aus Polen günstiger im Einkauf. Aus ökologischer Sicht ist der Preis für die Umwelt aber umso höher. So kritisiert jüngst Coca-Cola die schlechte CO₂-Bilanz beim Polen-Import (siehe Box).

Coop verweist beim Thema Umwelt erneut auf den Preiskampf: Nachhaltigkeit habe auch in der Geschäftsbeziehung mit ihren Markenlieferanten einen hohen Stellenwert. «Auch deshalb sind wir mit Coca-Cola im Gespräch, um eine langfristige und nachhaltige Lösung mit fairen Preisen für unsere Kundinnen und Kunden zu finden», sagt Coop-Sprecherin Veiga.

Migros setzt auf Schweizer Cola

Auf Coca-Cola aus dem Ausland verzichtet hingegen die Migros, Denner und Aldi Suisse. Die Unternehmen teilen mit, man beziehe das Getränk aus der Schweiz. Auch Lidl verkauft ausschliesslich einheimisch produziertes Coca-Cola.

Es gibt aber Ausnahmen: «Gelegentlich bieten wir zusätzlich vorübergehende Aktionen mit importierten Artikeln in Gebindegrössen an, welche uns in der Schweiz nicht zur Verfügung stehen, so etwa das 0,5-Liter-Fläschli», so der Discounter.

CO₂-Bilanz von Cola aus Polen

Als Reaktion auf die Rückkehr der Halbliterflasche hat Coca-Cola kürzlich bei Swiss Climate eine Studie zur CO₂-Bilanz von Import-Cola in Auftrag gegeben. Gemäss dieser Studie verursacht Coca-Cola aus Polen eine etwa dreimal so hohe CO₂-Belastung wie Coca-Cola aus der Schweiz. Für den Unterschied gibt es zwei Hauptgründe: Einerseits verursache der Transport aus Polen in die Schweiz eine rund zehnfache Belastung. Andererseits sei aber auch die Primärverpackung in der Schweiz wesentlich umweltfreundlicher. Wegen des hohen Anteils an Recycling-PET seien Schweizer Flaschen eine nur halb so grosse Umweltbelastung wie solche aus Polen.

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