Falsche Übersetzung: Coop verkauft «Frauen» für einen guten Zweck
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Falsche ÜbersetzungCoop verkauft «Frauen» für einen guten Zweck

Auf einer Grittibänz-Verpackung von Coop hat sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. Das Unternehmen räumt das Missgeschick ein.

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ywe/duf
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Coop verkaufte am Samichlaustag Grittibänze zugunsten des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Coop verkaufte am Samichlaustag Grittibänze zugunsten des Schweizerischen Roten Kreuzes.

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Auf der Verpackung wurde der Wortlaut, dass 10 Rappen für bedürftige Familien gespendet wird, unglücklich ins Französische übersetzt.

Auf der Verpackung wurde der Wortlaut, dass 10 Rappen für bedürftige Familien gespendet wird, unglücklich ins Französische übersetzt.

Leser-Reporter
«Bonhomme» bedeutet in etwa so viel wie Grittibänz. Mit «bonne femme» wurde die weibliche Form etwas zu wörtlich übersetzt.

«Bonhomme» bedeutet in etwa so viel wie Grittibänz. Mit «bonne femme» wurde die weibliche Form etwas zu wörtlich übersetzt.

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Gabrielle* konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie eine «Frau» aus dem Coop essen wollte. Oder besser gesagt einen Grittibänz, den Coop zugunsten des Roten Kreuzes verkauft.

Auf der Verpackung des Gebäcks prangt eine verwirrende Übersetzung. Während der italienische und deutsche Wortlaut darauf hinweisen, dass bei jedem Kauf des Grittibänz 10 Rappen an bedürftige Familien in der Schweiz gehen, lässt sich die französische Version etwas anders übersetzen: «Für jede verkaufte gute Frau spendet Coop 10 Rappen an bedürftige Schweizer Familien.»

Zu wörtlich übersetzt

Das Unternehmen aus Basel bedauert den Fehler und betont, es habe damit weder Frauen beleidigen noch Menschenhandel fördern wollen. «Es handelt sich um eine unglückliche Übersetzung», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander.

Im Verkaufsregal würden beide Geschlechter der Grittibänze angeboten. «Bonhomme» bedeutet im Französischen so viel wie Grittibänz. Um die weibliche Form zu kreieren, habe wohl jemand zu wörtlich übersetzt, so Gander. «Es ist aber schwer, den genauen Ursprung des Fehlers zu ermitteln.» Zudem sei die Übersetzung nicht Coop-intern gemacht worden.

Nicht das erste Mal

Zurückrufen möchte das Unternehmen die Verpackungen aber nicht. Es seien bereits alle gedruckt und der Aufwand wäre enorm. Letztes Jahr wurden rund 1,1 Millionen solcher Grittibänze abgesetzt, wodurch Coop dem Schweizerischen Roten Kreuz 110'000 Franken spenden konnte. Fürs nächste Jahr werde man den Text aber anpassen.

Gemäss Gander prangte die falsche Übersetzung schon letztes Jahr auf den Grittibänz-Beuteln, ohne dass es jemand gemerkt habe. «Wir sind aber froh, dass uns jemand darauf aufmerksam gemacht hat», sagt Gander.

Schon 2013 hatte eine falsche Übersetzung von Migros-Erdbeeren bei Kunden für Spott gesorgt. Damals stand auf der Verpackung, die Früchte hätten einen «wilden Kussgeschmack».

*Name von der Redaktion geändert

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