«Schaut was ich tun werde»: Cop-Mörder kündigte Tat an
Aktualisiert

«Schaut was ich tun werde»Cop-Mörder kündigte Tat an

Der Mann, der in New York zwei Cops erschossen hat, drohte der Polizei vor dem Attentat. Er soll auch ein Video mit einer brennenden US-Flagge veröffentlicht haben.

1 / 6
Ein Mann hat am Samstag, 20. Dezember, in New York auf zwei Polizisten geschossen.

Ein Mann hat am Samstag, 20. Dezember, in New York auf zwei Polizisten geschossen.

Keystone/John Minchillo
Die beiden Cops sind ihren Verletzungen erlegen.

Die beiden Cops sind ihren Verletzungen erlegen.

Keystone/John Minchillo
Der Schütze hat einem Polizisten in den Kopf geschossen.

Der Schütze hat einem Polizisten in den Kopf geschossen.

Keystone/John Minchillo

Nach dem Attentat auf zwei New Yorker Streifenbeamte ergreift die US-Polizei neue Sicherheitsvorkehrungen. Die Beamten sollten nur noch zu dritt auf Streife gehen und im Notfall mit mindestens zwei Streifenwagen zu Tatorten fahren, riet die Polizeigewerkschaft ihren Mitgliedern. In New Jersey wurden Beamte angewiesen, nicht mehr allein auf Streife zu gehen und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen.

Bei einem Gedenkgottesdienst für die beiden Mordopfer mahnte Kardinal Timothy Dolan am Sonntag (Ortszeit) zur Ruhe. Tags zuvor hatte ein Mann im New Yorker Stadtteil Brooklyn ohne Anlass zwei Polizisten in ihrem Streifenwagen erschossen. Der tatverdächtige Afroamerikaner hatte sich zuvor im Internet sehr kritisch über die Polizei geäussert und Vergeltung für Polizeigewalt gegen Schwarze angedroht. Er stellte dabei einen Zusammenhang zum Tod von Eric Garner her.

Der Fall Garner und der des schwarzen Teenagers Michael Brown im US-Staat Missouri hatten in den USA heftige Proteste ausgelöst. Brown war in Ferguson von einem weissen Polizisten erschossen worden, Garner in New York von einem ebenfalls weissen Polizisten in den Würgegriff genommen worden und gestorben. Beide Todesopfer waren unbewaffnet. In beiden Fällen wurden die beteiligten Polizisten nicht strafrechtlich verfolgt.

Video von brennenden US-Flagge

Es war zunächst unklar, ob die Tat in Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt in den USA steht. Boyce zufolge hinterliess der 28-Jährige in sozialen Netzwerken Drohungen gegen die Polizei und wütende Äusserungen über den Tod von zwei Schwarzen bei Polizeieinsätzen. Auch ein Video mit einer brennenden US-Fahne soll er dort veröffentlicht haben.

Boyce fügte an, vor seiner Tat habe der 28-Jährige zwei Passanten gesagt, sie sollten ihm bei der Foto-App Instagram folgen und darauf achten, «was er tun werde». Anschliessend feuerte er auf die beiden in ihrem Wagen sitzenden Beamten.

Laut Chefermittler Boyce hatte der Verdächtige ein Vorstrafenregister mit mindestens 19 Festnahmen. Zwei Jahre sass er wegen Waffenbesitzes im Gefängnis. Seine Familie sagte der Polizei, er habe sich im vergangenen Jahr zu erhängen versucht. Den Ermittlern zufolge lebte er in Georgia, hatte aber ein Kind in Brooklyn und war häufig dort. Vor der Bluttat in New York soll er in Baltimore seine ehemalige Freundin angeschossen haben. (sda)

Deine Meinung