Wasserwerfer und Gummischrot – Polizei zeigt nach Corona-Demo in Bern 4 Personen an – 80 Wegweisungen
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Wasserwerfer und GummischrotPolizei zeigt nach Corona-Demo in Bern 4 Personen an – 80 Wegweisungen

In Bern haben sich am Donnerstagabend erneut einige hundert Personen versammelt, um gegen die Corona-Massnahmen zu protestieren. Die Kantonspolizei ist mit einem Grossaufgebot ausgerückt.

von
Benedikt Hollenstein

Am Donnerstagabend versammelten sich vor dem Bahnhof mehrere Hundert Personen zu einer unbewilligten Kundgebung. Die Kantonspolizei Bern rückte mit einem Grossaufgebot aus, teilte sie auf Twitter mit. Die Zugänge zum Bundeshaus wurden gesperrt. Insgesamt wurden gegen 80 Wegweisungen ausgesprochen, wie die Kantonspolizei Bern in einer Mitteilung schreibt. Neun Personen wurden für Kontrollen in polizeiliche Räumlichkeiten gebracht. Bei einer Anhaltung wurde ein Polizist verletzt. Vier Personen müssen mit einer Anzeige rechnen.

Die Polizei nimmt mehrere Demo-Teilnehmer fest. Sie geht dabei nicht zimperlich vor.

Die Polizei nimmt mehrere Demo-Teilnehmer fest. Sie geht dabei nicht zimperlich vor.

Screenshot Twitter/Live1

Wiederholt forderte die Polizei die Menschenmenge auf, die unbewilligte Kundgebung zu verlassen, ansonsten würden Verhaftungen drohen. Nachdem die Sperre in der Bundesgasse bedrängt wurde, setzte die Kapo Wasserwerfer und Gummischrot ein.

Daraufhin zog sich die Menge in Richtung Bubenbergplatz zurück, wo sie sich zwischen Bubenbergzentrum und Hirschgraben auf der Strasse positionierte.

Wie schon vor einer Woche lenkte die Polizei die Menschenmenge vor den Schweizerhof, wo einige Demonstrierende den Protest verliessen. Die Mehrheit blieb aber vor Ort, es wurden Fackeln und Böller gezündet. Die Polizei setzte vereinzelt erneut Gummischrot und Wasserwerfer ein, da erneut Polizeisperren missachtet worden seien.

Auch die Glocken der «Freiheitstrychler», die in der Vergangenheit bereits an verschiedenen Massnahmen-Demos in der Schweiz teilnahmen, ertönten am Donnerstagabend in Bern.

Videos von Twitter-Nutzern zeigen, dass sich viele Demonstrierende im Berner Hauptbahnhof versammelten. Die Kantonspolizei Bern begab sich nicht in den Bahnhof, die Lage wurde von SBB-Bahnpolizisten beobachtet. Weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Heimweg, darunter auch eine Gruppe Freiheitstrychler, die ihre Glocken verpackte und ihre blumenverzierten Hemden auszog, um sich quasi in Zivil auf den Weg nach Hause zu machen. Einige hundert Demonstrantinnen und Demonstranten skandierten unter der SBB-Anzeigetafel ihre Slogans.

Unter der Anzeigetafel verblieben noch etwa 300 Menschen. Die Rede, die ein kahlrasierter Mann mit Schweizerfahne und Verfassungsheft durch ein Megafon vortrug, schien nur die Menschen in seiner unmittelbaren Nähe zu interessieren. Der Bahnhof leerte sich zunehmend, wie Bilder von Twitter-Nutzern zeigen.

Nach dem Verlassen des Hauptbahnhofs machten sich etwa 200 Demonstrierende auf den Weg zur grossen Schanze. Von dort aus zogen sie in die Länggasse weiter, wo sie lautstark «Liberté» skandierten. Die Polizei verhaftete am Falkenplatz einzelne Demonstrationsteilnehmer. Wie sie auf Twitter schreibt, habe sich die Kundgebung in mehrere Gruppen geteilt.

Die Demonstration löste sich in der Länggasse schliesslich auf. Beim Falkenplatz hat die Polizei ungefähr ein Dutzend Leute kontrolliert und weggewiesen.

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