Mit Corona-Infektion im Ausgang: «Vorsätzlich die Gesundheit seiner Mitmenschen in Gefahr gebracht»
Aktualisiert

Mit Corona-Infektion im Ausgang«Vorsätzlich die Gesundheit seiner Mitmenschen in Gefahr gebracht»

Der Kantonsarzt in Solothurn schickte am Donnerstagabend 280 Personen in Quarantäne. Dies, weil sie an einer Party teilgenommen haben, auf der auch eine infizierte Person getanzt hatte.

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Der Solothurner Kantonsarzt hat rund 280 Personen unter Quarantäne stellen müssen. Dies, weil die positiv auf COVID-19 getestete Person trotz überprüfter und kontrollierter Isolationsmassnahme an zwei Partys teilgenommen hat.

Der Solothurner Kantonsarzt hat rund 280 Personen unter Quarantäne stellen müssen. Dies, weil die positiv auf COVID-19 getestete Person trotz überprüfter und kontrollierter Isolationsmassnahme an zwei Partys teilgenommen hat.

Sie nahm am Donnerstag an einer Tagesparty sowie der anschliessenden Afterparty teil.

Sie nahm am Donnerstag an einer Tagesparty sowie der anschliessenden Afterparty teil.


Beim Grenchner Parktheater, in dem die Leute zwischen 14 und 22 Uhr feierten, ist man bestürzt, geradezu wütend. Der Verwaltungsratspräsident des Gastrobetriebs, Thomas Vogt, sagt zu 20 Minuten: «Hier hat jemand vorsätzlich die Gesundheit seiner Mitmenschen, seiner Freunde in Gefahr gebracht.» Weder der Betrieb, noch der Veranstalter habe sich etwas zuschulden kommen lassen.

Beim Grenchner Parktheater, in dem die Leute zwischen 14 und 22 Uhr feierten, ist man bestürzt, geradezu wütend. Der Verwaltungsratspräsident des Gastrobetriebs, Thomas Vogt, sagt zu 20 Minuten: «Hier hat jemand vorsätzlich die Gesundheit seiner Mitmenschen, seiner Freunde in Gefahr gebracht.» Weder der Betrieb, noch der Veranstalter habe sich etwas zuschulden kommen lassen.

Darum gehts

  • Eine Person hielt sich an Veranstaltungen im Kanton Solothurn auf.
  • Sie war positiv auf das Coronavirus getestet worden.
  • Der Kantonsarzt schickte über 200 Personen in Qarantäne.

Eine positiv auf das Coronavirus getestete Person hat am letzten Wochenende die angeordnete Isolation missachtet und zwei Veranstaltungen in Grenchen SO besucht. Der Kantonsarzt schickte deshalb am Donnerstagabend rund 280 Menschen in Quarantäne.

Laut Thomas Jud, Verantwortlicher Online Kommunikation beim Kanton Solothurn, besuchte die mit Corona infizierte Person, der vom Kanton bereits Quarantäne auferlegt worden ist, am Samstag zwei Veranstaltungen. Zuerst die Mysteryparty-Dayparty im Parktheater Grenchen und danach die dazugehörige Afterparty im örtlichen Joker Club.

Beim Grenchner Parktheater, in dem die Leute zwischen 14 und 22 Uhr feierten, ist man bestürzt, geradezu wütend. Der Verwaltungsratspräsident des Gastrobetriebs, Thomas Vogt, sagt zu 20 Minuten: «Hier hat jemand vorsätzlich die Gesundheit seiner Mitmenschen, seiner Freunde in Gefahr gebracht.»

Weder der Gastrobetrieb noch die externen Veranstalter hätten sich am Donnerstag etwas zu Schulden kommen lassen. Wie Vogt versichert, sind an den Eingängen die notwendigen Kontrollen ordnungsgemäss und sauber durchgeführt worden. Die mit Corona infizierte Person habe beim Eintritt bewusst gelogen, indem sie die Infektion verheimlicht habe. Wie der Kanton mitteilt, gab es im Vorfeld keine Anzeichen dafür, dass sich die Person unkooperativ verhalten könnte. Sie habe die auferlegte Isolation nur an diesen beiden Veranstaltungen missachtet.

Busse von bis zu 10 000 Franken

«Für die Veranstalter war es schlicht unmöglich, die Gefahr zu erkennen», sagt Vogt. Er sei konsterniert über dieses Verhalten einer Einzelperson - «279 Personen haben sich an die Regeln gehalten. Weil eine Person falsche Angaben gemacht hat, haben jetzt alle anderen das Nachsehen.» Nicht nur die Partygäste, auch vier Gastromitarbeiter befinden sich derzeit in Quarantäne.

Für den infizierten Partygast hat das Verschweigen des positiven Tests nun rechtliche Folgen: Im Falle einer vorsätzlichen Missachtung der Quarantänepflicht droht der Person laut Thomas Jud vom Kanton Solothurn eine Busse von 10000 Franken, im Falle fahrlässigen Missachtens eine von 5000 Franken. «Zurzeit wird geprüft, ob rechtliche Schritte eingeleitet werden und welche Missachtung überhaupt vorliegt.» Ein grosser Teil der Besucher dürfte sich inzwischen auf Corona getestet haben. «Sämtliche Tests fielen negativ aus. Um eine Übertragung definitiv ausschliessen zu können, müssen die nächsten Tage aber noch abgewartet werden», sagt Jud.

Kollektive Bestrafung?

Auch für ihn ist das Verhalten dieser Einzelperson unbegreiflich: «Während der Quarantäne Partys zu besuchen, ist unverantwortlich. Anders kann man das nicht mehr ausdrücken.» Der Kanton Solothurn schaue, wie sich die aktuelle Situation entwickle. «Eine Schliessung der Clubs ist eine Option.» Umgesetzt würde diese aber möglichst koordiniert mit den umliegenden Kantonen.

Im Grenchner Parktheater fürchtet man solche Massnahmen, wie der betroffene Gastronom, Thomas Vogt, sagt: «Wir haben versucht, das gesellschaftliche Leben wieder zurückzuholen. Und nun macht diese einzelne Dreistigkeit dem gutgemeinten Vorhaben einen Strich durch die Rechnung.»

(bz / miw)

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