Rekordzahlen - Corona-Fallzahlen klettern weltweit in schwindelerregende Höhen
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RekordzahlenCorona-Fallzahlen klettern weltweit in schwindelerregende Höhen

Zahlreiche Länder schlagen Alarm wegen immer weiter steigenden Zahlen von Corona-Infektionen. Neben Frankreich melden auch die USA und Dänemark noch nie dagewesene Werte.

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Frankreich steht mit seinen Rekordwerten an Corona-Infektionen nicht alleine da. 208’000 Neuinfektionen vermeldete das Land am Mittwoch.

Frankreich steht mit seinen Rekordwerten an Corona-Infektionen nicht alleine da. 208’000 Neuinfektionen vermeldete das Land am Mittwoch.

AFP
Drastisch angestiegen sind die Fallzahlen aber auch in Dänemark und im Rest Europas.

Drastisch angestiegen sind die Fallzahlen aber auch in Dänemark und im Rest Europas.

Carsten Rehder/dpa
In Italien …

In Italien …

Claudio Peri/ANSA via ZUMA Press/dpa

Darum gehts

  • Fast täglich vermelden zahlreiche Länder immer höhere Zahlen von Neuinfektionen.

  • Die meisten Infektionen werden derzeit in Europa verzeichnet.

  • Viele Regierungen setzten vermehrt auf strengere Massnahmen.

Das Coronavirus breitet sich drastisch aus. Die Zahl der weltweiten Corona-Neuinfektionen hat den höchsten Wochenwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Auf der ganzen Welt wurden vom 22. bis 28. Dezember durchschnittlich mehr als 935’000 Infektionen pro Tag nachgewiesen, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben am Mittwoch berichtete.

Die meisten Neuinfektionen werden derzeit in Europa verzeichnet, wo in den vergangenen sieben Tagen insgesamt mehr als 3,5 Millionen Fälle registriert wurden. Das waren durchschnittlich mehr als 510’000 Fälle pro Tag – ebenfalls ein neuer Rekord.

Frankreich spricht von einer Flutwelle

Frankreich vermeldete nach neustem Stand 208’000 positive Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden. Der französische Gesundheitsminister, Olivier Véran, sagte dazu: «Ich neige dazu, von einer Flutwelle zu sprechen.» In Frankreich würden sich jede Sekunde zwei Personen mit dem Virus infizieren. «Das sind Zahlen, die mich in Schwindel versetzen», so Véran. Angesichts der rasant steigenden Fallzahlen reiche testen alleine nicht mehr aus.

Gesundheitsminister Olivier Véran verteidigte am Mittwoch in einer Parlamentsanhörung den Plan, künftig nur noch Personen mit vollständigem Impfschutz den Zugang zu Restaurants, Kinos, Theatern, Museen und Sportarenen zu erlauben. Der Nachweis dafür wird dann auch für die Benutzung von Fernzügen und Inlandsflügen verlangt; ein negativer Test nicht mehr akzeptiert. Bis Mitte Januar soll das in Kraft sein.

Höchstwerte in ganz Europa

In Dänemark ist die Zahl der Neuinfektionen ebenfalls auf einen neuen Höchstwert seit Pandemie-Beginn gestiegen. Wie die dänische Gesundheitsbehörde am Mittwoch mitteilte, wurden 23’228 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisherige Höchstwert war am Montag mit 16’164 neuen Fällen erreicht worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei mehr als 1700, das ist der weltweit höchste Wert vor Malta, Irland, Island und Grossbritannien.

Der neue Höchstwert bei den Neuinfektionen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde vor allem auf eine sehr grosse Zahl von PCR-Tests zurückzuführen, die nach Weihnachten vorgenommen wurden. Die sogenannte Positivitätsrate, der Anteil positiver Corona-Tests, blieb mit 12,3 Prozent fast konstant.

Grossbritannien

Mit mehr als 129’000 Fällen verzeichnet auch Grossbritannien einen neuen Höchstwert bei den Corona-Neuinfektionen. Die Behörden meldeten 129’471 Neuansteckungen in England und Wales binnen 24 Stunden. Die Zahlen aus Nordirland und Schottland lagen wegen Verzögerungen bei der Datenübermittlung über die Feiertage noch nicht vor.

Italien und Spanien

Am Dienstagabend meldete das Gesundheitsministerium Italiens mehr als 78’300 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages und damit weit mehr als doppelt so viele wie am Vortag.

Die Gesundheitsbehörden in Spanien meldeten am Montagabend 214’619 neue Fälle. So viele wie noch nie. Die 14-Tage-Inzidenz stieg damit auf 1206 pro 100’000 Einwohner. Auf dem Höhepunkt der Januar-Welle, von der bisher die meisten Menschen in Spanien betroffen waren, lag die Inzidenz bei 900.

Für den explosionsartigen Anstieg wird in beiden Ländern die Omikron-Variante des Coronavirus verantwortlich gemacht, die sich laut Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen schneller ausbreitet als frühere Varianten. Allerdings ist die Zahl der infizierten Patienten und Patientinnen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, verhältnismässig geringer als bei früheren Ausbrüchen.

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen erwägen einige spanische Regionen nun Beschränkungen, gegen die sie sich vor einer Woche noch wehrten. Die Behörden schrieben bisher nur das Tragen von Masken im Freien vor.

Strengere Massnahmen in Griechenland

Ab Donnerstag müssen in Griechenland alle Tavernen, Bars und Kneipen um Mitternacht schliessen. «Die meisten Fälle sind von der Omikron-Variante», sagte der Gesundheitsminister.

Am Dienstag hatten sich die Corona-Neuinfektionen mit gut 21’600 im Vergleich zum Montag verdoppelt. Am Mittwoch rechnete das Gesundheitsministerium in Athen mit rund 30’000 neuen Corona-Fällen, wie der Staatsrundfunk berichtete.

Rekordwerte in den USA

In den USA wurde der bisherige Höchstwert vom vergangenen Januar von 252’000 Fällen übertroffen. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore vom Mittwoch wurden binnen 24 Stunden im Sieben-Tages-Schnitt 265’427 Corona-Fälle gemeldet. Die tatsächliche Zahl der Ansteckungen dürfte aber deutlich höher liegen: Viele Infektionen bleiben unbemerkt oder werden nur durch Tests zuhause nachgewiesen, deren Ergebnisse nicht offiziell registriert werden. In den USA sind seit Beginn der Pandemie mehr als 820000 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Das ist die höchste registrierte Zahl weltweit.

Australien

In Australien geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen wegen der Omikron-Variante durch die Decke. Allein im Staat New South Wales mit der Metropole Sydney wurden am Mittwoch mit mehr als 11’000 Neuinfektionen fast doppelt so viele wie am Tag zuvor festgestellt. Im Staat Queensland wurden 80 Prozent der Fälle auf die Omikron-Mutation zurückgeführt.

In South Australia erklärte die Regierung, die Zahl der planbaren Operationen müsse begrenzt werden. Für Angestellte im Gesundheitswesen werde eine Boosterimpfung vorgeschrieben. Menschen, die aus anderen Bundesstaaten einreisen, könnten nicht mehr flächendeckend getestet werden. «Omikron bewegt sich zu schnell», sagte Regierungschef Steven Marshall. Man müsse die Kräfte jetzt auf die Infizierten konzentrieren, die in Krankenhäusern behandelt werden. In New South Wales warteten Tausende oft stundenlang auf einen Test.

Höchste Zahlen in der Schweiz

Auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz vermeldete am Mittwoch die höchsten Werte seit Beginn der Pandemie. Mit 17’634 Fällen ist auch die Positivitätsrate mit 26,4 Prozent so hoch wie noch nie. Die wissenschaftliche Taskforce des Bundes rechnet damit, dass wir die Zahl von 20’000 täglichen Neuinfektionen Mitte Januar erreichen werden.

Todesfälle rückläufig

Der Anstieg der Neuinfektionen hat sich bisher aber nicht auf die Zahl der Todesfälle niedergeschlagen, die seit drei Wochen weltweit rückläufig ist. In den vergangenen sieben Tagen wurden im Durchschnitt rund 6450 Todesfälle pro Tag verzeichnet. Der bisherige Wochenhöchstwert war zwischen dem 20. und 26. Januar mit 14’800 täglichen Todesfällen erreicht worden.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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(AFP/DPA/roa)

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