Wirtschaftszahlen - Corona-Krise trifft Zürich besonders hart
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WirtschaftszahlenCorona-Krise trifft Zürich besonders hart

Zahlen zur Zürcher Wirtschaft zeigen, dass der Kanton Zürich stark unter der Corona-Krise leidet. Das hat auch mit der eingeschränkten Reisefreiheit zu tun.

von
Thomas Mathis
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Der Tourismus in Zürich ist eingebrochen.

Der Tourismus in Zürich ist eingebrochen.

Tamedia / Urs Jaudas
Das spürt die Zürcher Wirtschaft – mehr Arbeitslose und viel Kurzarbeit.

Das spürt die Zürcher Wirtschaft – mehr Arbeitslose und viel Kurzarbeit.

Tamedia / Urs Jaudas
Die Bruttowertschöpfung ist im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent zurückgegangen – schweizweit waren es nur 2,8 Prozent.

Die Bruttowertschöpfung ist im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent zurückgegangen – schweizweit waren es nur 2,8 Prozent.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Die Zürcher Wirtschaft leidet besonders stark unter der Corona-Krise.

  • Das zeigen mehrere Indikatoren, die die «Sonntagszeitung» zusammengetragen hat.

  • Der Volkswirtschaftsdirektorin macht die Situation Sorgen.

Menschen aus aller Welt landen am Flughafen Zürich, Geschäftsreisende übernachten in Stadthotels, Touristinnen und Touristen shoppen in der Bahnhofstrasse – normalerweise. Die eingeschränkte Reisefreiheit aufgrund der Corona-Pandemie hat allerdings zu einem Einbruch des Tourismus geführt. Das spürt die Zürcher Wirtschaft ganz besonders, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Das Tor der Schweiz zur Welt und die Kongress-, Kultur- und Partystadt zu sein, sei in der Pandemie ein Klotz am Bein.

In keiner anderen Region der Schweiz ist die Arbeitslosigkeit seit Anfang des letzten Jahres so stark angestiegen wie in Zürich, wie Zahlen des Bundesamts für Statistik zeigen. Teilweise betrug der Anstieg mehr als 50 Prozent. Zudem wurde auch mehr Kurzarbeit angemeldet als im Schweizer Schnitt. In Zürich wird laut einer Erhebung der Universität St. Gallen auch konstant weniger Geld mit Debitkarten ausgegeben als vorher.

Rückgang um 3,9 Prozent

Und die Bruttowertschöpfung ist im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent zurückgegangen – schweizweit waren es nur 2,8 Prozent, wie Berechnungen des Konjunkturforschungsunternehmens BAK Economics zeigen. Nur in der Region Bern-Freiburg-Solothurn-Neuenburg-Jura war der Rückgang mit 4,2 Prozent höher. Grund dafür sind laut dem Artikel vor allem die Uhrenexporte.

Bruttowertschöpfung

Die Bruttowertschöpfung ist eine volkswirtschaftliche Kennzahl. Sie ergibt sich aus dem Wert der Waren und Dienstleistungen, die produziert wurden. Abgezogen davon werden die so genannten Vorleistungen. Das sind Kosten, die für die Produktion gebraucht werden – etwa Rohstoffe, Mieten oder Reparaturen.

Im März hatte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) gesagt, dass ihr die Situation Sorgen bereite. «Die wirtschaftliche Lage ist sehr ernst», sagte die Volkswirtschaftsdirektorin. Corona vernichte im Kanton etwa 15 Milliarden Franken bis Ende 2021. Ihre Forderung: «Die Reisefreiheit muss so schnell wie möglich wieder hergestellt werden.» Zudem machte sie sich für Sonntagsverkäufe stark.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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