Kanton LuzernCorona-Kritiker darf nicht mehr als Arzt arbeiten
Die Luzerner Behörden haben einem Arzt und Corona-Kritiker die Berufserlaubnis entzogen. Unter anderem «Schrecken der Bevölkerung» werde ihm vorgeworfen.
- von
- Gianni Walther
Darum gehts
Einem Luzerner Arzt, der sich kritisch gegenüber den Corona-Massnahmen geäussert hatte, sollen die Luzerner Behörden die Bewilligung entzogen haben.
Der Arzt soll ohne Maske praktiziert haben und Maskendispensen ausgestellt haben, ohne Patienten zuvor persönlich gesehen zu haben.
Nun wird dem Mann auch «Schrecken der Bevölkerung» vorgeworfen.
Gegen den Entzug der Bewilligung will er sich wehren.
Einem Luzerner Arzt und Corona-Kritiker soll die Berufserlaubnis entzogen worden sein, weil er sich unter anderem gegen die Maskenpflicht ausgesprochen und ohne Maske praktiziert hatte. Als er vergangene Woche aus den Ferien zurückgekommen war, hätte er Besuch von der Polizei erhalten. Die Polizisten sollen ihm einen eingeschriebenen Brief überreicht haben, den er wegen seiner Abwesenheit nicht abgeholt hatte. «Am Donnerstag erschienen bei mir in der Praxis dann zwei Polizisten und übergaben mir das Schreiben», sagt der Mann gegenüber dem Portal «Die Ostschweiz». Absender des Schreibens seien der Luzerner Kantonsarzt und der Dienststellenleiter der Gesundheit des Kantons.
So sei ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen den Mann eröffnet worden und die Bewilligung sei ihm vorsorglich entzogen worden. So habe der Mann gegen die Maskenpflicht verstossen und Personen vom Maskentragen dispensiert, ohne diese vorher untersucht zu haben. Zudem werde dem Arzt auch «Schrecken der Bevölkerung» vorgeworfen. An Demos hatte er sich auch ohne gesicherte Beweise gegen die Impfung gegen das Coronavirus ausgesprochen. Der Arzt war etwa schon als Redner an einer Demo in Altdorf UR gegen die Corona-Massnahmen aufgetreten.
Praxis soll geöffnet bleiben
Der Entzug der Bewilligung gelte ab sofort. Dagegen will sich der Mann nun wehren: «Ich bin davon ausgegangen, dass in einem laufenden Verfahren die Unschuldsvermutung gilt, aber offenbar ist das nicht mehr so», sagt er zum Portal. Am Montag wolle er deshalb den Entscheid beim Verwaltungsgericht anfechten. Das Berufsverbot sei für ihn ein «Angriff auf die Meinungsfreiheit», heisst es weiter. Seine Praxis in Ebikon soll dennoch geöffnet bleiben. So habe er einen Arzt im Team und stehe in Kontakt mit einem Ersatz.
Wegen der Kritik an den Massnahmen hatte der Arzt im vergangenen September alle Angestellten verloren. Im Nachgang hatte die Gemeinde Ebikon auch den Vertrag mit dem Arzt gekündigt, der auch im Altersheim in Ebikon tätig gewesen war.
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