Rüüdig truurig – Wird die Situation besser, könnte es doch noch Fasnachtsumzüge geben
Aktualisiert

Rüüdig truurigWird die Situation besser, könnte es doch noch Fasnachtsumzüge geben

Die Herzen der Luzerner Fasnächtler sind gebrochen. Schon wieder sind in der Stadt alle Fasnachtsumzüge im nächsten Jahr abgesagt. Am Freitagmittag keimte aber Hoffnung auf.

von
Daniela Gigor
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Auch 2022 werden in Luzern keine Fasnachtsumzüge stattfinden. 

Auch 2022 werden in Luzern keine Fasnachtsumzüge stattfinden.

20 Minuten
«Aufgrund der Covid-Verordnung können wir zum heutigen Zeitpunkt die Umzüge nicht durchführen», sagt LFK-Umzugschef Bruno Schmid. 

«Aufgrund der Covid-Verordnung können wir zum heutigen Zeitpunkt die Umzüge nicht durchführen», sagt LFK-Umzugschef Bruno Schmid.

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Der Kanton Luzern konnte wegen der geltenden Covid-Verordnung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) keine Bewilligung erteilen.

Der Kanton Luzern konnte wegen der geltenden Covid-Verordnung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) keine Bewilligung erteilen.

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Dass die Fasnachtsumzüge 2022 in Luzern abgesagt wurden, verneint LFK-Umzugschef Bruno Schmid vehement und mit blutendem Herzen: «Aufgrund der Covid-Verordnung können wir zum heutigen Zeitpunkt die Umzüge nicht durchführen.» Im Klartext: Der Kanton Luzern konnte wegen der geltenden Covid-Verordnung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) keine Bewilligung erteilen. Damit wurden die aktiven Fasnächtler enttäuscht und sie haben es laut Schmid mit grosser Konsternation aufgenommen: «Es tut weh, weil unzählige Menschen viel Arbeit, Zeit, Geld und Liebe in ihre Sujets und Kostüme gesteckt haben.»

«Dass jetzt diese Meldung so früh kam, hätte ich niemals erwartet»

Alle hätten schon zum zweiten Mal seit dem Sommer ergebnislos für die 5. Jahreszeit gearbeitet. Die einen Gruppen könnten ihre Grinde, Kostüme, Wagen und andere Artefakte einstellen und später wieder aus dem Lager holen, während andere wegen fehlenden Räumlichkeiten ihre Arbeiten wieder vernichten müssen. An den Umzügen nehmen jeweils bis etwa 2000 Personen aktiv teil. Bei den Betroffenen macht sich die Enttäuschung breit. So rechnete etwa Jil Burri, Sujet Chefin Rasselbandi Horw mit Einschränkungen an der Fasnacht. Sie sagt zu Pilatus Today: «Aber, dass jetzt diese Meldung kam und vor allem so früh, hätte ich niemals erwartet.»

Auch Montercorso und Chendermonschter betroffen

Mit der Tatsache, dass die Umzüge der Luzerner Fasnacht nicht stattfinden können, sind vier Höhepunkte offiziell aus dem Fasnachtsprogramm 2022 gestrichen. Betroffen ist der Umzug der Zunft zu Safran, der jeweils am Nachmittag des Schmutzigen Donnerstags stattfindet. Aber auch der Umzug am Güdismontag ist gestrichen. Somit fällt auch der Ehrentag der Wey-Zunft ins Wasser. Traurig wird auch der Fasnachtsnachwuchs sein: Jeweils am Nachmittag des Güdisdienstag gehören die Gassen der Luzerner Altstadt ganz den Teilnehmern und Teilnehmerinnen des Chendermonschter, an dem jeweils über 800 Kinder teilnehmen und den Zuschauern und Zuschauerinnen voller Stolz ihre selbst gemachten Sujets präsentieren. Der bombastische Abschluss und der letzte Aufschrei in den finalen Stunden der Luzerner Fasnacht wäre dann das Monstercorso gewesen, das von den «Die Vereinigte» organisiert wird. Am Güdisdienstag lassen bei diesem Umzug am Abend sämtliche Guuggenmusigen, Wagen- und Maskengruppen der «Die Vereinigte» die Stadt noch einmal in ihren Grundmauern erzittern.

Strassenfasnacht laut Marty von der Absage nicht betroffen

Enttäuscht, dass daraus vermutlich wieder nichts wird, ist auch Robert Marty, Präsident von «Die Vereinigte». Er sagt: «Der Kanton teilte uns anlässlich der Sitzung mit, dass wir für die Umzüge ein Schutzkonzept für die Zuschauer und Zuschauerinnen benötigen würden. Dies ist schlicht unmöglich, weil bei gutem Wetter jeweils bis zu 40’000 Personen am Strassenrand das Treiben mitverfolgen.» Laut Marty ist die Strassenfasnacht aber von der Absage nicht betroffen. «Im Gegensatz zu den Umzügen findet die Fasnacht ohne Veranstalter statt», so die Erklärung von Marty. Er sagt weiter: «So bleibt für die Fasnächtler wenigstens bis zum heutigen Tag noch die Möglichkeit, dem Guuggenmusig-Sound im wilden Treiben auf den Gassen zuzuhören.»

Umzüge Ja oder Nein, alles scheint offen zu sein

Ob der Frage, ob die Umzüge nun stattfinden werden, oder nicht, scheiden die Geister in Luzern. Wie die «Luzerner Zeitung» am Freitagmittag berichtete, wollen Insider nichts wissen von einer Absage. Grund: Eine Bewilligung sei «zum aktuellen Zeitpunkt ausgeschlossen». Laut dem Schreiben, das der Zeitung vorliegt, soll der «partnerschftliche Austausch» zwischen den Organisatoren der Fasnachtsumzüge und den Behörden der Stadt und des Kantons sowie der Luzerner Polizei weitergeführt werden.

Ein weiterer runder Tisch mit allen Beteiligten ist auf Ende Januar geplant, wie der Präsident der «Die Vereinigte» auf Anfrage von 20 Minuten bestätigte. Dies heisst, wenn sich die Corona-Situation bis dahin zum Positiven ändern sollte, könnte sich auch die Lage für die benötigte Bewilligung ändern. Und dann würde im besten Fall, einem Happy-End für die gebrochenen Luzerner Herzen nichts mehr im Wege stehen.

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