Aktualisiert 24.05.2020 21:49

Kein Geschäft ohne Touristen

Corona macht den Uhren- und Schmuckläden einen Strich durch die Rechnung

Normalerweise gibt es am Schwanenplatz in Luzern kein Durchkommen vor lauter Touristen. Dies hat sich geändert, seit das Corona-Virus den Alltag diktiert. Dies setzt Bucherer, Gübelin und Casagrande zu. Bei Gübelin wurden sieben Führungskräfte entlassen.

von
Daniela Gigor
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Nun sind auch die Carplätze am Schwanenplatz verwaist.

Nun sind auch die Carplätze am Schwanenplatz verwaist.

20 Minuten
Am Schwanenplatz in Luzern ist es leer geworden und dies spüren besonders die Uhren- und Schmuckgeschäfte in ihren Kassen.

Am Schwanenplatz in Luzern ist es leer geworden und dies spüren besonders die Uhren- und Schmuckgeschäfte in ihren Kassen.

20 Minuten
Wegen dem Corona-Virus bleiben die Touristen aus und die unzähligen Uhren- und Schmuckgeschäfte am Grendel haben fast keine Kunden mehr.

Wegen dem Corona-Virus bleiben die Touristen aus und die unzähligen Uhren- und Schmuckgeschäfte am Grendel haben fast keine Kunden mehr.

20 Minuten

Darum gehts

  • Obwohl die Uhren- und Schmuckgeschäfte am Schwanenplatz in Luzern seit dem 11. Mai wieder geöffnet sind, fehlen die Kunden.
  • Grund: Sie haben ihre Umsätze hauptsächlich mit den Touristen gemacht und diese fehlen nun.
  • Bei Gübelin wurden sieben Führungskräfte entlassen.
  • Gübelin, Bucherer und Casagrande hoffen, dass Kurzarbeit ausreichen wird, um die Krise zu meistern.

Am 11. Mai konnten auch die Uhren- und Schmuckgeschäfte ihre Türen wieder öffnen. Der Ansturm im touristischen Hotspot in Luzern am Schwanenplatz bleibt aber aus, weil das Zielpublikum nicht reisen kann. «Als Detailhandelsunternehmen, das vorwiegend im Luxussegment tätig und ganz wesentlich vom internationalen Tourismus abhängig ist, sind auch wir von der Coronakrise ausserordentlich stark betroffen», sagt Jörg Baumann, Chief Marketing Officer bei Bucherer gegenüber der Luzerner Zeitung. Baumann befürchtet auch, dass die kaufkräftigen Touristen aus dem Ausland und besonders aus Asien noch für längere Zeit ausbleiben könnten. Deswegen könne auch noch nicht gesagt werden, ob die Kurzarbeit genügen werde.

Gübelin will künftig rascher agieren können

Auch der Uhren- und Schmuckhändler Gübelin muss seine Ausgaben senken. Darum sollen die Angestellten im Durchschnitt ihre Pensen um 20 Prozent reduzieren. «Die Pensenreduktion ist ein Akt der Solidarität, es wird niemand gezwungen», sagte Raphael Gübelin, Chef des Luzerner Familienbetriebes zur Luzerner Zeitung. Als Gübelin die Belegschaft vor ein paar Tagen über diese Massnahme informiert habe, sei auch bekannt geworden, dass sieben Führungskräfte entlassen wurden. Laut Gübelin seien gewisse Managementaufgaben gestrichen worden, um die Hierarchie zu verflachen und künftig schneller agieren zu können. Ein Teil der 200 Angestellten in der Schweiz wurden bereits im März auf Kurzarbeit gesetzt. Ob die zusätzlichen Massnahmen ausreichen werden, um die Corona-Krise zu meistern ist unbekannt. Spätestens Ende Jahr werde die Situation neu analysiert und entschieden, wie es weitergehe. Weitere Entlassungen wolle man aber auf jeden Fall vermeiden.

Zu sagen, wie sich der Tourismus entwickeln wird, wäre Wahrsagerei

Ein Grossteil der Angestellten ist auch beim Souvenir-Unternehmen Casagrande in Kurzarbeit. Weitere Massnahmen seien zum momentanen Zeitpunkt nicht beschlossen. Ziel sei, alle Mitarbeiter weiter beschäftigen zu können. Geschäftsleitungsmitglied Robert Casagrande denkt, dass der Tourismus ab September wieder leicht ansteigen werde. Wie sich der Tourismus allgemein entwickeln werde, kann Casagrande auch nicht sagen. Eine Prognose würde eher an Wahrsagerei grenzen.

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20 Kommentare
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Während den letzten fünfzehn J

25.05.2020, 11:08

Während den letzten fünfzehn Jahren haben die Luxus Uhrenmarken ihren langjährigen und treuen Konzessionären die Marken weggenommen und mit hohen Mietzinsangeboten den Detailhandel verdrängt. Nun kommt die Wechselwirkung.

rüdig schlecht för Lozärn

25.05.2020, 10:56

Das war zu erwarten, nachdem weltweit Corona wütete. Zuerst war es den Lozärnern zu viel Rummel mit den Touristen...und nun die totale Baisse. Traurig für die Verkaufskräfte, doch ohne Kunden können sich auch die grossen Bijouterien das Personal nicht leisten. Viel Glück allen!

Bürger

25.05.2020, 10:33

Die Zeiten werden vorbei sein wenn man eine Biedere Rolex für 10000 Fr kaufen kann, die Leute werden nicht mehr für so wenig bezahlen in Zukunft muss der Preis sich rechtfertigen von jedem Produkt